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11.10.2007 16:23
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Daumen hoch für Kombi-Bad
Überraschend kommt die Nachricht nicht. Dennoch gilt sie als wichtiger Fingerzeig in der kontrovers verlaufenden Bäder-Debatte: Die Stadtspitze macht sich für den Neubau eines kombinierten Frei- und Hallenbades im Westen Solingens stark. Nachdem die Rathaus-Führung in den letzten Wochen das Gutachten der Firma WaterVisions studiert hat, begründet sie in ihrer Empfehlung an den Stadtrat, dass die Kombi-Bad-Lösung die wirtschaftlichste Alternative darstelle. Denn die Sanierung der bisherigen Standorte verschlinge Millionenbeträge, ohne die Attraktivittät entscheidend zu verbessern. Die Aussicht, auf diesem Wege die Besucherzahlen und damit die Einnahmen zu steigern, sei gleich Null. Das Kombi-Bad – Bau (Investitionsvolumen rund 24 Millionen Euro) und Betrieb soll möglichst ein Investor übernehmen – verspreche dagegen nicht nur einen Qualititätssprung für die Badegäste, sondern auch positive Effekte für den maroden städtischen Haushalt.

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sowohl die Freibäder im Ittertal, in der Heide und im Schellbergtal als auch die Hallenbäder in Ohligs und am Vogelsang aufgegeben werden. Gleichzeitig soll das Klingenbad zum zentralen Stützpunkt für Schul- und Vereinssport ausgebaut, das Hallenbad an der Birkerstraße dagegen möglichst an die Lebenshilfe Werkstatt für Behinderte übergeben werden. Diese betreibt bereits erfolgreich die Eishalle.

Schon in zwei Wochen (23. Oktober) wird sich der Sportaussschuss als erstes wichtiges Polit-Gremium mit der Vorlage befassen. Dann folgen die Bezirksvertretungen, bevor am 13. Dezember im Stadtrat voraussichtlich die endgültige Entscheidung fällt.

Die Gefechtslage ist klar: Die Ratsmehrheit aus CDU und SPD hat die Idee im vergangenen Jahr ins Spiel gebracht. Aufgrund des schwarz-roten Vorstoßes erteilte der Rat der Verwaltung im Dezember 2006 den Auftrag zu prüfen, inwieweit der Neubau eines Freibads oder eines Kombi-Bades durchführbar sind. Nachdem sich WaterVisions als Gutachter für die Kombi-Lösung ausgesprochen hat (das ST berichtete mehrfach) und nun auch die Verwaltung in diese Richtung stößt, haben Christ- und Sozialdemokraten die Argumente in der Hand, die sie benötigen. Bereits als das Ergebnis des Gutachtens im September bekannt wurde, bemerkten die Fraktionschefs Bernd Krebs (CDU) und Ernst Lauterjung (SPD), dass sie den Standpunkt der Bäder-Experten überzeugend finden. Diese Position wurde durch den Besuch des Gutachters in den Fraktionen am Mittwochabend noch einmal untermauert.

Damit die politische Mehrheit für das Kombi-Bad sicher stehen, zumal auch die FDP Zustimmung signalisiert. Ganz im Gegensatz zu den Grünen, die lediglich das Heidebad schließen und die anderen Bäder erhalten und modernisieren wollen.