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23.11.2011 17:26
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Das „Tuumhotel“ im Garten

Von Uli Preuss

Buchstabensalat im großen Stil. Alexander hat ein „U“ zu viel und ein „R“ zu wenig. Ausgerechnet das war nicht mehr aufzufinden, als der 15-jährige Schwertstraßenschüler Alexander Langer zusammen mit Freund Jonathan und Bruder Lukas die alten, gewaltigen Werbebuchstaben des „Turmhotels“ auf Vaters Lastwagen lud. Doch auch ohne „R“ wirken die blauen Buchstaben, die ehemals das Turmhotel weithin sichtbar ankündigten, im Gräfrather Familiengarten.

Dass Solingens berühmte Schriftzeichen dort jetzt an der Hecke lehnen, hat eine Vorgeschichte: „Karstadt hat mich seit der Kindheit geprägt“, erinnert sich Alexander. Schon damals hätte er dort mit Mutter Ivonne Spiel- und Sportsachen eingekauft. Und Bruder Lukas (13) ergänzt: „Als kleines Kindergartenkind kam mir das Turmhotel wie ein riesiger Wolkenkratzer vor.“ Die drei Gräfrather Jungen machten sich 2007 auf, Karstadt zu retten. Briefe an die Stadt und den ehemaligen Investor HLG wurden geschrieben und selbst das ST schalteten die jungen Karstadtfans als Vermittler ein.

Für das „ZiSch“-Projekt durfte
Alexander auf den Karstadt-Turm

Dabei wurden Alex und die Freunde durchaus ernstgenommen, und Christian Diesen vom ehemaligen Investor HLG antwortete ihnen im September 2008 ausführlich.

„Klar haben wir irgendwann gewusst, dass der Komplex nicht mehr zu retten war“, erinnert sich Jonathan (15). Von da an galt es, Karstadt und das Turmhotel in guter Erinnerung zu halten. Alexander durfte im Rahmen des ST-Medienprojekts „ZiSch“ auf den Turm und schrieb darüber.

Als die Freunde wieder einmal in der Stadt waren und am Turm hinaufschauten, kam die Idee. „Ich bin zur Bauleitung gegangen und habe nach den Buchstaben gefragt.“ Die lagen hinter dem Hedderich-Pavillon. „Wir haben sie da auf den Lastwagen geladen“, beschreibt der Schüler. Ein weiterer Schriftzug war bereits von Unbekannten abtransportiert worden. „Die haben kein „U“ und wir kein „R“, wir sollten tauschen“, lacht Alexander. Dem neuen Zentrum wünschen die drei Karstadtfreunde, dass es Erfolg hat. „Nach der Bachtor-Pleite braucht Solingen so ein Zentrum“, sind sich die drei sicher.