Die Zeit der Lähmung ist vorbei. „Seit klar ist, dass auf dem ehemaligen Karstadt-Areal ein neues Einkaufszentrum entstehen wird, haben wir eine starke zusätzliche Nachfrage von Händlern“, sagt Stadtdirektor Hartmut Hoferichter. Noch seien einige zurückhaltend, weil noch ungewiss ist, welche Mieter in das Zentrum am Neumarkt einziehen werden. „Aber wir haben teilweise schon jetzt das Problem, dass es eine Nachfrage nach Verkaufsflächen gibt, die wir in dieser Größe gar nicht anbieten können.“
Keine Autos auf der Hauptstraße, aber Parkplätze am Entenpfuhl
Auch deshalb wird die vom Land finanziell geförderte Stelle eines City-Managers ausgeschrieben. Der soll bei besonderen „Sorgenkindern“ wie der unteren Hauptstraße zwischen Eigentümern und Interessenten vermitteln. Können sich zwei oder drei Eigentümer zusammentun, könnte es auch wieder attraktivere und größere Verkaufsflächen geben. Wichtig sei vor allem der Branchenmix.
An der Infrastruktur wird sich in den nächsten ein, zwei Jahren einiges tun. Die Vorbereitungen für den Umbau an der Stadtkirche und die Sanierung des Alten Marktes sind weit fortgeschritten, im Frühjahr 2012 geht es hier auch sichtbar los. Demnächst soll dann der Entenpfuhl ins Visier genommen werden.
„Manches kann so nicht bleiben. Das Erscheinungsbild ist teilweise stark verbesserungsbedürftig. Von Stadt- wie von Eigentümerseite“, sagt Hartmut Hoferichter. Gerade die Gegend um den Alten Markt habe eine wichtige Funktion als Drehscheibe zwischen Neumarkt, „Hofgarten“ und Hauptstraße.
Insgesamt hat das Projekt „City 2013“ ein Volumen von fast 6,3 Millionen Euro. Die Stadt trägt nur zehn Prozent, weitere zehn kommen aus Drittmitteln und 80 Prozent vom Land. „Einige Bewilligungsbescheide sind ja schon da“, sagt Miriam Macdonald von der Stadtentwicklung.
Jan Höttges vom Initiativkreis Solingen wünscht sich, dass der Entenpfuhl so attraktiv wird, „dass er als Eingangstor in die Stadt begriffen wird“. Wichtig seien Parkplätze, um die Gegend zu beleben. Die Stadt Remscheid hat mit der zeitweisen Öffnung ihrer unteren Alleestraße für Autos positive Erfahrungen gemacht. Autos auf der Solinger Hauptstraße, das werde nicht möglich sein, sagt Hoferichter. Aber eine kleine Lösung mit Parkplätzen am Entenpfuhl sei machbar.
„Es gibt keine zweite Chance für einen ersten guten Eindruck.“
Michael Borgmann W.I.R.
Höttges findet nur lobende Worte für die Stadt und „City 2013“. Gleichzeitig versteht er manche Immobilien-Eigentümer nicht. „Es gibt zu wenige, die investieren. Und viele gucken einfach zu, wie der Wert ihrer Immobilie immer geringer wird. Die sind jetzt gefordert.“ Das neue Zentrum sei eine große Chance. Wenn die Bauarbeiten für jeden sichtbar seien, erhofft er sich eine Initialzündung.
„Es gibt keine zweite Chance für einen ersten guten Eindruck“, sagt auch Michael Borgmann vom Werbe- und Interessenring der Solinger Innenstadt. Er sieht die Eigentümer ebenfalls in der Pflicht, vernünftige Ladenlokale zur Verfügung zu stellen, um auch höherwertige Mieter anzuziehen.