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16.06.2011 10:42
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Center-Schutz für Ohligs

Es gibt alle Hände voll zu tun in Ohligs. Das zeigt ein Blick auf die Themen: Parkkonzept, Werbestrategie, Beleuchtung, Händler-Leitsystem, Aufwertung der Fußgängerzone, Hotel – all das fehlt in Solingens größtem Stadtteil. Das aber muss sich ändern, wenn das Einkaufszentrum auf dem Olbo-Gelände (O-Quartier) kommt und den gewünschten Schub für Ohligs bringen soll. Denn nur ein starkes Zentrum kann sich gegen die Kraft eines modernen Centers behaupten. Nur mit stimmigen Strukturen ist die gewünschte gegenseitige Befruchtung möglich. Darin sind sich Stadtplaner, Befürworter und Kritiker des Projekts einig.

Wie sie den Stadtteil zusammen aufpolieren müssen, darüber haben am Dienstag Projektentwickler Wolfgang Düster von der FMEC Einzelhandels-Consulting GmbH und Stadtentwickler Markus Lütke Lordemann lange beraten. Auch der Architekt und weitere Planungsexperten nahmen an der Runde teil. Mit Hochdruck will das Rathaus jetzt den Rahmenplan erstellen. „Noch vor der Sommerpause gehen wir mit den Vorlagen in die Gremien“, sagt Lütke Lordemann.

Anfang der Woche trifft sich Düster zudem mit den Kritikern Dr. Jörg Wacker, Martin Stanscheit und Michael Morsbach, um über die jüngsten Irritationen zu sprechen. Das Trio hatte Düster zuletzt angegriffen und an dessen Zusagen gezweifelt (ST berichtete). Wacker und Co. plagt die große Sorge, mit einem Center könne die verbleibende Händler-Landschaft in Ohligs veröden.

Ein Hotel in Bahnhofsnähe könnte maßgeblich helfen, ein Gegengewicht (Knochenprinzip) zu bilden. Düster kündigt an, umgehend Kontakt zu „guten Kettenbetreibern“ aufzunehmen, um eine Analyse zu erstellen. Als mögliche Standorte gelten auf der Bahnhofseite eine Fläche zwischen McDonald’s und dem Parkhaus sowie ein Areal jenseits der Gleise (Steinstraße).

Ein Hotel am Bremshey-Platz
wäre ideal

Die Kritiker haben aber auch den Parkplatz an der Wilhelmstraße neben dem Pavillon im Blick. Das Gelände gehört der Stadt. So weit sei man noch nicht, heißt es aus dem Rathaus zurückhaltend. Düster nennt den Standort jedoch „ideal“ für den bislang fehlenden Brückenschlag zwischen Bahnhof und Düsseldorfer Straße. Leider habe die Stadt diese Idee nicht offensiv in die Planung des zentralen Busbahnhofs einbezogen. So müsse man sehen, wie sich etwaige Pläne mit dem „jetzt sehr nüchternen Platz“ vereinbaren ließen.

Zeitgleich wertet die Stadt eine Erhebung über das Parkverhalten in Ohligs aus. Nicht nur Geschäftsleute klagen über Probleme. Düster will mit dem Parkhausbetreiber am Bahnhof über eine Ohligs-Card sprechen, die Parkrabatte für diejenigen in Aussicht stellt, die in Ohligs einkaufen. Vorbild sei hier Langenfeld. An Hilden soll sich das künftige Werbekonzept orientieren. Zu viele uneinheitliche Tafeln verstopften die Fußgängerzone, meint Düster. „Das kann man wertiger gestalten.“ Hilden habe eine Werbe-Fibel entwickelt, die als Muster dienen könne.

Ein Stadtteil-Manager müsse sich um derlei kümmern, quasi als „Hausmeister der Düsseldorfer Straße“. Dessen Installation sei zwingend. „Wir sind bereit, ihn zu zwei Dritteln zu finanzieren.“ Um den Rest der Bezahlung müssten sich die Stadt und die Ohligser Werbegemeinschaft kümmern. kra