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09.12.2009 09:45
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CDU verteidigt Hindenburgplatz

Von Susanne Koch

Die erste Anregung, nach dem Tod von Pina Bausch in Solingen eine Straße nach ihr zu benennen, erreichte das Solinger Tageblatt im Sommer per Fax aus Agiokambus in Griechenland. Dr. Rüdiger Schneider Berrenberg schlug die Umbenennung der Dahler Straße vor. Schnell fand das ST im Gespräch mit Politikern heraus, dass eine Ehrung gewünscht sei, nicht aber die Namensänderung einer schon existierenden Straße.

Schulleiter Peter Wirtz soll über Pina Bausch informieren

Der Verwaltungsvorschlag, eine neu zu erschließende Stichstraße in Pina-Bausch-Straße umzubenennen, war schon in der BV Gräfrath gescheitert (Das ST berichtete). Die Vertreter von SPD, BfS, Grünen und der Linken lehnten dies ab. FDP und CDU votierten dafür.

Auch in der Bezirksvertretung Wald wurde am Montag nach heftigen Diskussionen keine Entscheidung gefällt. Dort hatten die Grünen den Antrag gestellt, den Hindenburgplatz künftig Pina-Bausch-Platz zu nennen. Das Thema wurde auf den 21. Januar vertagt. Vorher soll die Verwaltung - beauftragt von Bezirksvorsteherin Birgit Zeier - eine Bürgerinformationsveranstaltung zum Thema Pina Bausch durchführen. „Wir werden dann auch Peter Wirtz, den Leiter der Friedrich-Albert-Lange-Gesamtschule, dazu einladen“, sagte die Bezirksvorsteherin. „Pina Bausch ist nicht allen bekannt.“

In der Sitzung begründete Iris Michelmann den Grünen-Vorschlag: „Direkt gegenüber dem Marktplatz stehen Gebäude der Gesamtschule. Und bei den Theatertagen wurde dieses Jahr der Platz zum Aufführungsort.“ Das müsse weiterentwickelt werden. Durch eine Umbenennung würde der Platz aufgewertet, und er bekäme einen direkten Bezug zu den Aktivitäten der Schule.

Die CDU-Vertreter argumentierten in der Sitzung mit fast 300 Unterschriften von Marktplatzbesuchern, die sich gegen eine Umbenennung des Hindenburgplatzes ausgesprochen hatten - nur fünf waren dafür. „Wir können uns doch nicht gegen den Willen der Bürger stellen“, sagte Ex-Bezirksvorsteherin Rosemarie Emons. Darauf reagierte der Grüne Frank Knoche verwundert: „Als es darum ging, dass wir den CDU-Kandidaten als Bezirksvorsteher mittragen sollten, wurde uns versichert, dass die CDU eine Umbenennung mitmacht.“

Manfred Gräwert von „Die Linke“ begrüßte grundsätzlich eine Namensänderung des Hindenburgplatzes. Dieser sei im Ersten Weltkrieg für den Tod vieler Menschen verantwortlich gewesen und habe Hitler an die Macht gebracht. Michael Klaas (CDU) konterte: „Es gibt keinen Grund, die Person Hindenburg in Frage zu stellen. Er wurde 1925 und 1932 demokratisch gewählt.“

Inge Brümmer (BfS) schlug vor, das Theater nach Pina Bausch zu benennen. Die Stadt wird Alternativen suchen.