Letzter Amtsakt von Dr. Axel Kolodziej: Sichtlich angespannt hielt der scheidende Geschäftsführer des Schlossbauvereins einen Vortrag über Schloss Burg als Denkmalstätte. Dieser wurde vom Bergischen Geschichtsverein präsentiert.
Von einer Burgresidenz über eine zerfallende Ruine bis hin zu einem touristischen Ausflugs-ziel hat Schloss Burg in der Vergangenheit eine wechselvolle Entwicklung durchgemacht. „Eine Burg ist ein lebendes Objekt. Sie verändert sich“, sagte Dr. Kolodziej. „Was Sie hier sehen, ist eine idealisierte Burg, die wiederaufgebaut wurde.“
Konzept für 150 000 Euro soll den Sanierungsbedarf aufdecken
Der Aufbau sei aber noch keineswegs beendet. Es bestehe noch erheblicher Sanierungsbedarf. In Kürze soll ein Konzept erarbeitet werden, für das Kosten von rund 150 000 Euro veranschlagt werden. „Wir befinden uns in einer strukturellen Schieflage. Ich bin davon überzeugt, dass sich die Verantwortlichen dieser Aufgabe annehmen werden“, sagte der scheidende Geschäftsführer. „Wir brauchen eine vielfältige Nutzung der Burg, die in einen harmonischen Einklang mit dem Museum gebracht werden kann.“
Zu seiner Kündigung möchte Dr. Axel Kolodziej nach wie vor keine Stellung nehmen. „Für eine Bilanz ist es noch zu frisch. Es handelt sich um ein schwebendes Verfahren“, sagte Dr. Kolodziej. Auf die Frage, was er noch gerne erreicht hätte, antwortete er knapp: „Der Geschäftsführer hat die Aufgabe, die Zukunftsfähigkeit von Museum, Denkmal und Veranstaltungsort herzustellen.“
Der Vortrag in der Kemenate fand im Rahmen der Verleihung des Denkmalschutzpreises statt, mit dem der Bergische Geschichtsverein geschichtsträchtige Gebäude auszeichnet. Dieses Jahr ging der Preis an die Burgresidenz, Eschbachstraße 31-35. Frank Schindler und seine Frau Helga kauften Anfang 2009 das im Jahre 1648 erbaute Fachwerkhaus. Nach aufwendigen Sanierungsarbeiten bietet das Gebäude nun elf Zwei-Raum-Appartements für Senioren.
Dr. Beate Battenfeld, die als Vorsitzende des Bergischen Geschichtsvereins den Eigentümern den Preis überreichte, schätzt das Engagement für historische Gebäude: „Ich hoffe, dass Ihr Beispiel Nachahmer findet.“ jp