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21.07.2009 08:00
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Birkerbad: Im Dampfbad bald Gastronomie?

Wie können weitere Arbeitsplätze für geistig-behinderte Menschen oder auch seelisch Kranke geschaffen werden? Diese Frage ist Antrieb für alle Projekte, die die Lebenshilfe in Solingen angestoßen hat. Und auch Hintergrund für die Pläne, das Birkerbad künftig in eigener Regie zu betreiben. Am Montag erklärte Geschäftsführer Josef Neumann das Umbauvorhaben dem parlamentarischen Geschäftsführer der FDP-Landtagsfraktion, Ralf Witzel. Dieser wollte sich von der Qualität des Konzeptes überzeugen. Das Land hat Fördermittel über etwa drei Millionen Euro für den Denkmalschutz und die Technik in Aussicht gestellt.

Mit neuer Technik die Hälfte der Energiekosten sparen

FINANZIERUNG

AUSBAU

Für den Umbau des Birkerbades veranschlagt die Lebenshilfe im ersten Bauabschnitt vier bis fünf Millionen Euro, in einem weiteren mit Einbau von Wellnessbereich und Sauna drei Millionen Euro. Vom Land gibt es Zuschüsse für Technik und Denkmalschutz von etwa drei Millionen Euro, die Lebenshilfe schießt erhebliche Eigenmittel zu. Und auch die Stadt hat Zuschüsse zugesagt. Es gibt derzeit aber eine Finanzierungslücke im sechsstelligen Bereich.

„Mit einer bloßen Übernahme der Badeanstalt können wir unser Ziel nicht erreichen“, betonte Josef Neumann. „Erst wenn das Birkerbad auch andere Dienstleistungen im Wellnessbereich anbietet und einen Gastronomiebetrieb unterhält, können wir 10 bis 15 Arbeitsplätze für behinderte Menschen schaffen.“

 Vorher ist einiges zu tun: Die Technik muss beispielsweise erneuert werden. „Wenn wir neue Technik für die Eishalle und das Birkerbad einbauen und später die Wechselwirkungen nutzen, sparen wir die Hälfte der Energiekosten“, sagt Josef Neumann. Die Wärme, die bei der Herstellung des Eises entstehe, werde das Bad beheizen. Und das Wasser aus dem alten Brunnen sei zwar nicht mehr fürs Schwimmbecken nutzbar, dafür aber zum Eismachen. Passende Leitungen, so Josef Neumann, liegen sogar schon unter der Birker Straße.

Seerosen zieren die angeschlagenen Kacheln im alten Dampfbad-Bereich. Das hohe Gewölbe biete ein schönes Ambiente für die Gastronomie, die auch einen Außenbereich haben soll. Zudem könnten sich unter freiem Himmel Gesundheitsbewusste künftig im warmen Wasser eines Sole-Beckens entspannen. „Die alten Badezimmer können für noble Umkleiden und für Dienstleistungen wie Physiotherapie oder Massagen genutzt werden“, sagt Josef Neumann. In einem weiteren Bauabschnitt sei schließlich auch der Bau eines Saunabereiches geplant. „So schaffen wir nicht nur Arbeit, sondern geben den Menschen auch wieder etwas zurück“, sagt Josef Neumann. Das Schwimmbecken würde wie heute auch von Schulen und Vereinen genutzt. kc