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25.09.2009 09:43
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Video: So soll es im Birker Bad aussehen

Kein „Spaßbad“, aber eine Schwimmhalle mit der einen oder anderen Attraktion drumherum: So stellt sich Lebenshilfe-Geschäftsführer Josef Neumann die Zukunft der ältesten Solinger Badeanstalt vor. Sieben Millionen Euro soll der Umbau kosten, der Kaufpreis symbolisch bei einem Euro liegen: „Da gibt es nichts zu verkaufen“, kommentiert er den Zustand des 1903 eingeweihten Gebäudes, das auf dem Gelände des früheren Schlachthofs entstand.

Dass die denkmalgeschützte Immobilie trotzdem Charme hat, steht für Neumann außer Frage. Er will sich an hervorragend renovierten Vorbildern wie dem Neptunbad in Köln-Ehrenfeld orientieren und dabei Altes mit Neuem verbinden. Im ehemaligen Hammam (Badehaus) könne etwa Gastronomie einziehen.

Zum ersten, etwa fünf Millionen Euro teuren Bauabschnitt soll beispielsweise der Bau eines Außenbeckens wie beim Hallenbad in Burscheid gehören. Neumann: „Wir müssen uns überlegen, wie man eine höhere Attraktivität schafft.“ Dazu soll der Außenbereich um ein 1835 m² großes Areal erweitert werden, eventuell in Erbpacht. „Die Grundstücke, um die es geht, waren früher das Planschetarium“ - ein Freibad für Kinder

In Schritt 2, der etwa zwei Millionen Euro kosten wird, geht es in Richtung Sauna und Wellness. Neumann: „Dort können wir auch wesentlich mehr Arbeitsplätze für Behinderte schaffen.“ Rund 20 Stellen sollen es werden. Der Lebenshilfe-Geschäftsführer will außerdem Räume an Sportmediziner, Krankengymnasten oder Masseure vermieten.

Die Wirtschaftlichkeitsberechnung basiert außerdem auf sechs Stunden Schulschwimmen an fünf Tagen in der Woche und auf rund 100 Besuchern pro Tag, die jeweils fünf bis sechs Euro bezahlen sollen. „Ich glaube, dass das gelingen kann“, urteilt der Geschäftsführer, der sich von Dr. Stüttgen & Partner beraten lässt und mit der Sanierungsgesellschaft Südliche Innenstadt im Gespräch ist. Die technischen Details klärt das renommierte Planteam Ruhr aus Gelsenkirchen.

Wichtiger Eckpunkt ist dabei die Verbindung mit der Eissporthalle, die inzwischen bereits in sechster Saison von der Lebenshilfe betrieben wird. Neumann: „Bereits als wir die Halle übernommen haben, haben wir auch unser Interesse am Birkerbad signalisiert. Wir könnten schon viel weiter sein.“

Gemeinsames Blockheizkraftwerk mit der Eissporthalle wäre denkbar

Die Technik in der Eissporthalle ist 35 Jahre alt, die im Schwimmbad 50 Jahre und älter. Denkbar wäre ein gemeinsames Blockheizkraftwerk. Die dafür nötigen Rohrleitungen zwischen den beiden Gebäuden liegen bereits unter der Straße. „Es gibt ein erhebliches Einsparpotential bei der Energie“, erläutert Josef Neumann und spricht von bis zu 50 Prozent. Bei einer Kopplung mit dem Schwimmbad wären ausgedehntere Eislaufzeiten möglich.

Dass die Verhandlungen mit der Stadt sich schon so lange hinziehen, fuchst den Geschäftsführer. „Wenn wir noch länger warten, wird es mit der Finanzierung immer schwieriger.“ Drei der fünf Millionen Euro des ersten Bauabschnitts sollen vom Land kommen. Neumann: „Über welchen Zeitraum hält die Landesregierung ihren Bewilligungsbescheid aufrecht?“ Die Lebenshilfe will sich selbst mit 500 000 Euro engagieren, eine weitere halbe Million soll finanziert werden.

Alle Pläne werden aber wie eine Seifenblase platzen, warnt Neumann, wenn die Stadt weiter an einem Kombibad festhält: „Es kann nicht sein, dass wir investieren, und einer kommt und baut ein Kombibad.“ Gegen eine derartige Konkurrenz will man sich absichern. Neumann: „Das wurde von uns klar und deutlich formuliert, und das muss auch Bestandteil des Vertrags sein.“ Nach dem gestrigen Ratsbeschluss will die Lebenshilfe in der nächsten Woche „unverzüglich“ in die weiteren Verhandlungen einsteigen. Immerhin geht es um eine europaweite Ausschreibung der Arbeiten. Losgehen kann es allerdings kaum vor 2012: Solange am Klingenbad gebaut wird, muss die alte Badeanstalt weiter zur Verfügung stehen. flm