Deutschlandweit berichteten die Medien über die Sprengung des ehemaligen Turm-Hotels mitten in der Solinger Innenstadt. Der Pulverdampf ist verflogen, die Reste des Hochhauses liegen in der Baugrube. Damit ist ein weiterer Schritt getan, wurde doch Platz gemacht für das neue Shoppingcenter. Bis jedoch der eigentliche Baustart erfolgt, wird es noch einige Wochen dauern – je nach Wetterlage – bis Ende Februar, Anfang März. Zuvor müssen noch die Bauschuttberge von der Sprengung abgekarrt werden.
„Alle Schadstoff-Materialien aus dem Turmhotel haben wir monatelang ausgebaut und abgefahren“, sagt dazu Dr. Manfred Kühne, Chef der Firma Geo-Experts. Vor der Sprengung hatten sich nochmals Kontrolleure der Bezirksregierung und der Umweltbehörden ein Bild gemacht, dass das Sprenggut „sauber“ war.
Seit Montag machen sich nun Großbagger daran, die Überreste des ehemaligen Turmhotels zu zerkleinern. Insgesamt rund 40 000 Tonnen Schutt sind durch die Sprengung zusammengekommen. Doch nicht alles muss abgefahren werden. „Wir brauchen auch rund ein Viertel des zerkleinerten Abraumgutes zur Befestigung des Geländes, damit das neue Gebäude gut gegründet werden kann.“ Außerdem werde das Gelände Richtung Weyersberg aufgefüllt, sagt Dr. Norbert Kühne.
Der Rest des Schutts wird zerkleinert – das Metall wie Moniereisen und Kabel wird aussortiert – und findet aufbereitet Wiederverwendung im Straßenbau. Zur Abfuhr sind immerhin rund 1500 Lkw-Ladungen nötig.
Bereits im Juni hatten die Investoren, MAB Development (Frankfurt) und Sonae Sierra (Düsseldorf) ein gemeinsames Joint Venture gegründet und ihre Pläne für das neue innerstädtische Einkaufszentrum vorgestellt. Zur Umsetzung ist die Solingen Shopping Center GmbH geschaffen worden, an der beide Partner zu jeweils 50 Prozent beteiligt sind. Das Center wird auf dem 13 000 Quadratmeter großen ehemaligen Karstadt-Areal errichtet. Das Investitionsvolumen beträgt 120 Millionen Euro. Das neue Center soll auf 29 000 Quadratmetern vermietbarer Gesamtfläche den Solingern einen Mietermix aus bekannten internationalen und nationalen Marken sowie lokalen Anbietern bieten. Neben dem Einkaufsangebot soll auch das Service- und Freizeitangebot nicht zu kurz kommen, verspricht Michael L. Flesch, Geschäftsführer der MAB Development Deutschland. Und: Das Center wird über 600 Parkplätze verfügen.
Eröffnung soll im Dezember 2013 sein – zum Weihnachtsgeschäft
Das neue Shopping-Center wird aber nicht nur für die Solinger allein gebaut, sondern soll als zentraler Handelsstandort auch neue Kunden aus dem dicht besiedelten Einzugsgebiet des bergischen Städtedreiecks anlocken. Ziel: Man will nach dem Karstadt-Aus verloren gegangene Kaufkraft nach Solingen zurückholen. Thomas Binder (Sonae Sierra): „Jetzt beginnt eine neue Phase in der Entwicklung des Solingen Shopping-Centers. Wir freuen uns, einen modernen und nachhaltigen Einkaufs-, Dienstleistungs- und Freizeitstandort zu entwickeln.“
Ein großer Teil der Innenstadt werde durch das neue Center einen beträchtlichen Bedeutungszuwachs erfahren.
Geplante Eröffung des Centers soll – darauf arbeiten die Investoren zumindest hin – noch vor Weihnachten 2013 sein.
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