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02.05.2011 19:48
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Bahn-Ärger: Reaktionen aus Solingen

Das Eisenbahnbundesamt (EBA) hat der Deutschen Bahn (DB) am Montagmittag auch die Leerfahrten mit dem "Müngstener" über die Müngstener Brücke untersagt. Bei einer Vor-Ort-Kontrolle habe man festgestellt, dass die genehmigte Achslast an den Motorwagen teilweise überschritten wurde, teilte das EBA mit.

Erst in der Nacht waren die ersten Züge nach monatelanger Sperrung wieder über die Brücke gefahren - allerdings nur als Leerfahrt (ST berichtete). Die Passagiere mussten in Güldenwerth in den Bus umsteigen - um in Solingen-Mitte wieder in den Müngstener einzusteigen, der leer über die Brücke gefahren war. Diese Leerfahrten hat das EBA mit den vorhandenen Zügen untersagt.

Nach Angaben der Deutschen Bahn werden die organisatorischen Abläufe jetzt wieder "umsortiert". Die Züge sollen wieder so fahren wie zu Zeiten der kompletten Sperrung der Brücke.

Das ST hatte das Unternehmen exklusiv daraufhin gewiesen, dass der "Müngstener" zu schwer ist für die vom EBA erlaubten 72 Tonnen. Das hatte die Bahn zunächst als „kompletten Unsinn“ abgetan, am Freitag ging die DB „in Sack und Asche“.

Am Morgen, als der "Müngstener" noch zumindest leer über die Brücke rollte, ärgerten sich die Solinger schon über das Verhalten der Bahn.

„Was bedeutet das für den Zustand der Deutschen Bahn AG, wenn erfahrene Mitarbeiter wie die Lokführer des Müngsteners ihre Vorstandsetagen erst mit Hilfe von Journalisten dazu bringen können, klare Fakten wie das Gewicht von Zügen anzuerkennen!", wettert Ernst Lauterjung, Vorsitzender der SPD-Fraktion. Er sieht den Fehler der DB in ihrem Antrag an das EBA nur als vorläufigen Endpunkt einer langen Kette von Pannen, Versäumnissen und Kommunikationsproblemen. Das Bergische Städtedreieck müsse sich inzwischen vom Bahnvorstand veralbert vorkommen. „Das muss zur Not auch personelle Konsequenzen haben“, fordert Lauterjung. Und er ergänzt: „Die Zusammenarbeit der bergischen Städte mit der Bahn muss auf eine völlig neue und dann auch dauerhaft solide Basis gestellt werden.“

Auf der ST-Facebook-Seite setzte eine rege Diskussion ein. "Stümper!", ist die Meinung von Grünen-Parteichef Reiner Daams. "Ich hatte schon länger den Eindruck, dass die Bahn ihre Züge lieber ohne Passagiere fahren ließe."

CDU-Schulsprecherin Nicole Molinari wähnt sich im Reich der Fiktion:"Klingt irgendwie nach einer Geschichte aus Schilda."

Total "Banane" findet Udo Kasprzak das Vorgehen der Bahn. "Entweder darf ein Zug drüber fahren, aber dann mit Pasagieren, oder nicht."

Auch Stefan Schmidt übt KritiK: "Das kommt davon, wenn in dem Laden nur noch Controller das Sagen haben, die die betriebswirtschaftliche Weisheit mit Löffeln gefressen haben, aber das kleine Einmaleins nicht beherrschen. Gibt's denn bei der Bahn keine kompetenten Ingenieure mehr?" neu/ate/cd