„Das kann man so nicht akzeptieren.“ Zornig reagierte CDU-Fraktionschef Bernd Krebs gestern auf den Koalitionspartner SPD und kündigte ein Krisengespräch an. Die Sozialdemokraten hatten am Montag einen Alleingang hingelegt und den Anbau von zwei Becken an die Klingenhalle sowie die zügige Übertragung des Birker Bades an die Lebenshilfe gefordert (ST berichtete). Gleichzeitig gingen sie auf Sportdezernent Norbert Feith los, kreideten dem Oberbürgermeisterkandidaten der CDU die Hängepartie beim Birker Bad an.
„Wir sind über diese Vorgänge nicht informiert worden und werden das Verhältnis zur SPD neu bewerten müssen“, sagte Krebs gegenüber dem ST. Einen Bruch der Koalition strebe die Union allerdings nicht an – obwohl die SPD offenbar versuche, „sich politisch aus der Kooperation abzusetzen“. Krebs fühlt sich an die Koalitionskrise vor wenigen Monaten erinnert. Damals hatte SPD-Chef Dr. Hans-Joachim Müller-Stöver das Kombi-Bad auf eigene Faust versenkt und seine Rolle als OB-Kandidat benutzt, um die SPD auf Linie zu zwingen. „Auch das war schon sehr gewöhnungsbedürftig“, sagt Krebs. Er bescheinigt der SPD und deren Fraktionschef Ernst Lauterjung schlechte Nerven. Dessen „polemische Angriffe“ auf Feith seien stillos. Lauterjung hatte den Dezernenten als Lehrling bezeichnet.
Vereinsschwimmen im Birker Bad bleibt Thema
Die anvisierte Finanzierung des zweiten Beckens an der Klingenhalle mit Mitteln des Konjunkturpakets hält Krebs für unseriös. Das Geld soll wie im Rat vereinbart zur Modernisierung der Straßenbeleuchtung dienen. Die Gespräche zum Birker Bad sieht er auf gutem Weg. Über Wasserzeiten für Vereine – womöglich gegen höhere Zuschüsse – sei mit der Lebenshilfe zu reden. Diese dürfe sich nicht in den Wahlkampf ziehen lassen. Und Krebs sagt auch: „Ein abschließendes Nein zum Kombi-Bad gibt es von uns nicht.“ kra