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14.12.2010 10:52
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Müngsten: Aufhebung der Sperrung bleibt unklar

Herbe Kritik wegen ihrer jüngsten Informationspolitik im Zusammenhang mit der Sperrung der Müngstener Brücke mussten gestern Abend Vertreter der Deutschen Bahn AG von den Mitgliedern des Ratsausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt, Klimaschutz und Mobilität einstecken. Doch am Ende der Sitzung waren Solingens Verkehrspolitiker kaum weiser als zuvor. „Wir wissen selbst noch nicht, wann die Sperrung der Müngstener Brücke durch das Eisenbahnbundesamt (EBA) aufgehoben wird“, sagte Bahn-Sprecher Udo Kampschulte.

Dauerhafte Sperrung durch das EBA nach wie vor möglich

Drei Möglichkeiten gebe es, wenn die in einer Nacht- und Nebel-Aktion am 19. November kurzfristig beschlossenen Verstärkungsarbeiten der obersten Gleisebene einmal abgeschlossen seien. „Unser Ziel ist nach wie vor - und deshalb bringen wird die stählernen Verbindungslaschen ja extra an - die Brücke wieder mit 70 km/h und im Begegnungsverkehr befahren zu können“, erklärte Kampschulte. Aber es könne auch sein, dass das EBA nach Abschluss der laufenden Arbeiten trotzdem nur eine maximale Geschwindigkeit von 10 km/h und auch keinen Begegnungsverkehr zulasse. Und nicht ausschließen wollte Kampschulte, dass das Eisenbahnbundesamt die Sperrung zumindest vorerst aufrecht erhalte. „Das wäre dann die dritte Möglichkeit“, so der Bahnsprecher.

„Wir stehen in engem Kontakt mit dem EBA, was die nachgeforderten Berechnungen zur Standsicherheit der Brücke betrifft. Und wir gehen davon aus, dass unsere Berechnungen als Grundlage ausreichen werden“, fügte Michael Käufer hinzu, verantwortlicher Ingenieur der DB-Netz AG für die Brücke.

„Dass zusätzliche Verstärker-Elemente in die Brückenkonstruktion eingebracht werden müssen“, das hat auch Solingens Beigeordneten Hartmut Hoferichter „irritiert“, zumal er Mitte November von der Bahn informiert worden war, dass der Freigabe der Brücke durch das EBA nichts im Wege stünde. Hoferichter: „Das macht mich stutzig. Da muss doch zwischendurch etwas passiert sein?“, fragte er. Doch auch gestern erhielt der Beigeordnete der Stadt darauf keine konkrete Antwort.

Bahn mit neuem Fahrplan: Jetzt Ersatzverkehr sogar bis 31. Januar

Jedenfalls braucht die Bahn noch rund sieben frostfreie Tage, um die Arbeiten auf der Brücke beenden zu können. Man habe eigentlich gestern Morgen die Arbeiten fortsetzen wollen, doch die Brücke sei noch zu stark vereist gewesen, sagte Käfer.

Solange würden zwischen Solingen-Mitte und Remscheid-Güldenwerth weiter Ersatzbusse eingesetzt. Und das wird wohl noch bis Ende Januar der Fall sein. Denn die DB hat den Fahrplan erneut „angepasst“: Der Ersatzverkehr ist nämlich im aktuellen DB-Baustellen-Fahrplan nunmehr sogar bis zum 31. Januar angegeben.

Einzig eine Aussage der Bahn-Verantwortlichen stellte gestern Abend zufrieden und beruhigte die Ausschussmitglieder etwas: „Wir werden die Brücke sanieren, von Grund auf und für die nächsten 30 Jahre“, stellte Michael Käufer klar. Aber dies habe mehrfach mehrmonatige Vollsperrungen der Brücke zur Folge, die erste voraussichtlich schon im Frühjahr 2011. Auch dann würden Ersatzbusse eingesetzt. hpm