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19.07.2011 11:45
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Arbeitsagentur wird gesamt-bergisch

Roland Westphal hat es kommen sehen: „Ich habe den Politikern gesagt, wenn ihr die Optionskommune wollt, vernichtet ihr das örtliche Arbeitsamt“, betont der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. Westphal ist Mitglied im Verwaltungsausschuss der Arbeitsagentur. Der tritt im September zusammen, aber Westphal ist skeptisch, dass sich noch etwas ändern lässt: Anfang 2012 wird die Agentur Solingen/Remscheid mit der in Wuppertal zusammengelegt.

„In Nordrhein-Westfalen sind acht von 33 Agenturen betroffen“, erläutert die Chefin für Solingen und Remscheid, Ute Ackerschott. Nach Auskunft der Bundesagentur will man die Agenturbezirke stärker an den Landkreisgrenzen ausrichten. Wuppertal soll Velbert, Heiligenhaus und Wülfrath abgeben, denn Mettmann wird zum ersten Mal ein eigenes Arbeitsamt bekommen.

Über Sitz und Name der Agentur noch nicht entschieden

Wie die neue bergische Arbeitsagentur heißen und wo sie ihren Sitz haben wird, ist laut Ackerschott noch offen. Was in Solingen bleibt, auch. Denn „selbstständige sachbearbeitende Bereiche“ sollen in sieben Zentren zusammengeschlossen werden. Das trifft, so die Leiterin, jene Mitarbeiter, „die keinen direkten Draht zum Kunden haben“.

„Wir reden aber noch lange nicht davon, wer wo arbeitet“, relativiert Ackerschott. Die rund 150 Mitarbeiter in Solingen/Remscheid könnten „örtlich oder fachlich flexibel sein“ – müssten also entweder zu einem anderen Behördensitz pendeln oder sich für eine neue Aufgabe qualifizieren, um am bisherigen Sitz zu bleiben. Mit dieser Regelung komme man den Beschäftigten „immens“ entgegen.

„Ein paar Zimmer zu viel wird es geben“, denkt die Leiterin über das Bürogebäude an der Kamper Straße nach. Die könnten aber eventuell von bisher ausgelagerten Mitarbeitern der Hartz-IV-Behörde genutzt werden. „Vielleicht bekommen wir ja sogar Sonderaufgaben hierhin. Die Beratungen werden auch in Zukunft vor Ort sein. Der Kunde soll überhaupt nichts merken.“

Für das „Prinzip der kurzen Wege“ macht sich auch Hans-Peter Pollmann stark, der Geschäftsführer des Arbeitgeberverbands. Er sitzt zurzeit dem Verwaltungsausschuss vor. Pollmann: „Der Ansprechpartner muss vor Ort sein.“ Außerdem liegen ihm Sitz und Name der neuen Agentur am Herzen: „Muss immer automatisch alles nach Wuppertal verlagert werden? Der Hauptsitz könnte in Solingen in dem modernen Verwaltungsgebäude sein.“

Dass Solingen ab 2012 Optionskommune ist und Langzeitarbeitslose selbst betreut, ist für Pollmann nur ein Aspekt, warum die Agenturen zusammengelegt werden: „Der andere ist, dass die Arbeitslosenzahlen erheblich zurückgegangen sind.“ flm