Im Adventskalender von Ralf Weeke (SPD) steckten gestern Morgen gleich mehrere heiß ersehnte Päckchen. Der Kämmerer und Sportdezernent durfte endlich die Umschläge öffnen, in denen sich die Angebote für den Ausbau des Klingenbades befanden. Acht Firmen kommen nach ST-Informationen in die engere Wahl. Im Rathaus werden die Experten die Unterlagen nun in Windeseile auswerten. Schon am Donnerstag kommender Woche schlägt die Verwaltung dem Stadtrat den Generalunternehmer vor, der den Zuschlag erhalten soll. Die Vorlage weist dann auch die endgültige Investitionssumme aus.
Laut Beschluss aus dem September werden die Kosten für den Anbau eines weiteren Beckens (12,5 mal 25 Meter) sowie die Sanierung des Gebäudes mit 6,6 Millionen Euro kalkuliert. 6,3 Millionen Euro sind im Konjunkturpaket reserviert. Den Rest soll eine Steuerersparnis abdecken. Die Stadt erwartet dadurch rund eine halbe Million Euro. Dieses Bonbon zauberte Weeke gestern im Sportausschuss hervor.
Steuerersparnis ermöglicht Hubboden
Deshalb, erklärte der Sportdezernent, bleibe die Sportpauschale entgegen der bisherigen Planung unangetastet. Wichtiger aber noch: Es gebe den finanziellen Spielraum, um im neuen Becken einen Hubboden zu installieren. „Das ist wie ein Weihnachtsgeschenk“, freute sich Salvatore Tranchina (SPD).
Weil der Klingenbad-Umbau in der Projekte-Liste für das Konjunkturpaket Vorrang genießt, erwartet nun alles gespannt die Auswertung der Firmenangebote. Sie gibt Aufschluss, ob die Verwaltung mit ihrer Kostenplanung eine Punktlandung hinlegt.
Wird für die Klingenhalle mehr als 6,6 Millionen Euro benötigt, muss der Kämmerer kürzen - beim Hubboden, oder bei anderen Maßnahmen. Wird es billiger, entsteht zusätzlicher Spielraum. „In der nächsten Woche wissen wir also genau, was noch im Topf ist“, kündigt Stadtsprecherin Sabine Rische an.
Kämmerer Weeke will auf keinen Fall, dass vorzeitig Details nach außen dringen. Auch die Fraktionen erhalten die Klingenbad-Vorlage erst am Tag vor der Ratssitzung. „Das Zeitraster ist enorm eng“, gesteht Weeke.
Für die übrigen Maßnahmen der Konjunkturpaket-Liste liegen Entwurfsplanungen und Kostenberechnungen vor - laut Rische „mit einer Planungssicherheit von 90 Prozent“. Es handelt sich vorwiegend um die energetische Sanierung und um den Ausbau von Räumen an Schulen und Kindergärten. Auch für die Cobra und zwei neue Kindergärten im Stadtteil Mitte ist Geld vorgesehen.
Ob sich Summen zwischen diesen Projekten verschieben, ist laut Sabine Rische „noch nicht spruchreif“. Unstrittig ist, dass nach der Ratssitzung flott zugeteilt werden muss. „Wir haben strenge Zeitvorgaben“, sagt die Stadtsprecherin. Die Aufträge müssen raus, weil bis Mitte 2011 die Bauarbeiten zu erledigen und bis Ende 2011 alle Posten abzurechnen sind. „Wir liegen gut im Plan“, versichert Rische. Aber im Januar lege wohl noch keine Firma los.