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01.10.2010 12:44
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A 3: Gravierende Mängel im Gutachten?

Geharnischte Kritik an der vom Landesbetrieb Straßen NRW in Auftrag gegebenen Verkehrsuntersuchung zum Neubau der B 229n und zum Weiterbau der Viehbachtalstraße bis nach Landwehr (L 405) übt Werner Koch. Die Untersuchung sei in weiten Teilen oberflächlich und weise eine Reihe schwerwiegender fachlicher Mängel auf.

Verkehrsentwicklung bis 2025 „nicht nachvollziehbar“

So gehe bei der Prognose der Verkehrsentwicklung der Gutachter von moderat steigenden Kraftstoffkosten bis 2025 aus und schätze, dass daher in der Verkehrsmittelwahl keine Änderung zu erwarten seien. „Wir wissen nicht, woher der Gutachter seinen Optimismus zur Entwicklung der Kraftstoffkosten nimmt. Die Wirklichkeitsferne ist aber offensichtlich“, so Koch.

Auch die vom Gutachter behauptete Zunahme des gesamten Güterstraßenverkehrs um 58 Prozent erschließe sich nicht aus der im Gutachten angegebenen Quelle („Prognose der deutschlandweiten Verkehrsverflechtungen 2025“). Nach dieser Untersuchung wachse im entsprechenden Umfang nur der Straßengüterfernverkehr. Der Straßengüternahverkehr dagegen steige bis 2025 nur um drei Prozent.

Der Gutachter prognostiziere bis 2025 ein moderat steigendes Verkehrsaufkommen und vergesse dabei offensichtlich seine eigenen Verkehrszählungen im Untersuchungsgebiet. Bei denen habe er selbst bereits für den Zeitraum 2005 bis 2009 sinkende Verkehrsteilnehmerzahlen festgestellt. „Man kann davon ausgehen, dass sich diese Tendenz angesichts stark fallender Einwohnerzahlen für die Zeit bis 2025 eher noch verstärken wird und zu einem langfristig kräftig schrumpfenden Verkehrsaufkommen führt.“ Den Ausbau des Straßenzugs L141/L405n/B229n bezeichne der Gutachter als „durchgängig planfrei“. Am Knoten Landwehr solle demnach also keine ebenerdige Kreuzung entstehen, folgert Koch. Auch über die Zahl der Fahrstreifen treffe das Gutachten keine Aussage.

Nur vierspuriger Ausbau schaffe das zusätzliche Verkehrsaufkommen

Koch: „Angesichts der prognostizierten Belastungen der B 229n in der favorisierten Variante mit 24 000 Fahrzeugen pro Tag könne nur ein vierspuriger Ausbau gemeint sein.“ Damit seien aber neue Verkehrsprobleme programmiert: Am östlichen Ende der Viehbachtalstraße seien laut favorisierter Variante des Gutachters täglich 7000 Fahrzeuge mehr zu erwarten. Die Anschlussstellen Mangenberg und Frankfurter Damm der Viehbachtalstraße seien damit hoffnungslos überlastet. Auch fehlten Untersuchungen der Auswirkungen auf den bereits bis an seine Grenzen belasteten Abschnitt der B229 im Bereich des Busbahnhofs Aufderhöhe. Generell gelte für Aufderhöhe, dass sich alle Varianten, die die B 229n mit Ende an der Kreuzung Landwehr beinhalten, äußerst negativ auswirkten. „Für uns ist die Untersuchung daher für eine fundierte inhaltliche Diskussion und als Entscheidungsgrundlage nicht ernst zu nehmen“, stellt der Initiativensprecher fest. hpm