Pendlern des „Müngsteners“ droht eine neue Hiobsbotschaft: Eigentlich wollte die Deutsche Bahn AG die marode Müngstener Brücke auch in zwei Jahren wegen Sanierungsarbeiten nur während der Schulsommer- und Herbstferien sperren. Doch nun hat die DB Netz AG einen Zeitraum von mehr als sieben Monaten für diese Bauarbeiten angemeldet: Vom 1. April bis zum 4. November 2013 soll der Schienenweg der Regionalbahn 47 über die mit 107 Metern höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands gesperrt werden. Dies teilte Bahn-Sprecher Udo Kampschulte am Freitag mit. Der Zeitraum sei in der Baubetriebsplanung der Bahn AG nunmehr fest eingearbeitet, so der Bahn-Sprecher.
Grund: Der Brücke soll im Rahmen der geplanten, umfangreichen Sanierungsarbeiten einen neuen Korrosionsschutz bekommen. Die Sperrung sei „unerlässlich“, weil der alte Korrosionsschutz entfernt und aufgrund seines Bleigehaltes auch fachgerecht entsorgt werden müsse. Dazu müsse der Stahlkoloss über der Wupper zumindest abschnittsweise im oberen Bereich voll eingerüstet werden. Es werde dann wieder einen Schienenersatzverkehr geben, so Kampschulte. Ab Dezember 2013 wird das private Eisenbahnunternehmen „Abellio“ die RB 47 erstmals befahren.
Bereits im kommenden Jahr wird die Brücke in den Sommer- und den Herbstferien gesperrt. Dann sollen die festsitzenden Lager der Brücke ersetzt werden.
Ob diese und auch die Arbeiten 2013 aber überhaupt durchgeführt werden oder sogar eine neue Brücke gebaut wird, hänge nach wie vor vom gesamtstatischen Gutachten der Brücke ab. Dieses soll zum Jahresende vorliegen, so Kampschulte. hpm