Kein Pilzesammeln unter der Müngstener Brücke: Davor warnte gestern das Remscheider Umweltamt (ST berichtete). Der Grund: Weil seit Jahrzehnten Rostschutzfarbe von den Stahlträgern abblättert, ist der Boden unter der Brücke stark mit Blei belastet. „Erhöhte Werte wurden im Hangbereich festgestellt, wo der Weg nach Schaberg hinaufführt“, bestätigt Dr. Klaus Strehlau, Leiter des Solinger Stadtdienstes Natur und Umwelt. Stellenweise seien mehrere tausend Milligramm Blei pro Kilogramm Waldboden gemessen worden. „Eine Gefahr für die Gesundheit besteht jedoch aus unserer Sicht nicht. Schließlich isst man die Erde nicht.“
Blei-Belastung wurde vor knapp zwei Jahren festgestellt
Das Problem ist seit knapp zwei Jahren bekannt. Nach bundesweiten Berichten über die Blei-Belastung unter Hochstrommasten wurde auch der Brückenpark unter die Lupe genommen. Die Vermutung bestätigte sich. „Auf dem Weg nach Schaberg kann man die orangefarbenen Partikel sogar auf der Erde sehen.“ Die Bahn musste darauf den Bereich unter der Brücke untersuchen lassen. Belastet sei demnach ein rund 100 Meter breiter, nach Norden verschobener Streifen am Hang, so Strehlau. „Auf der Wiese ist jedoch kein Blei.“ Bei der Anlage des Brückenparks sei damals neuer Oberboden aufgeschüttet worden.
In der kommenden Woche soll es nun ein Treffen von Umweltämtern und Bahn geben. Es sei noch zu klären, ob das Blei wasserlöslich ist und in der Wupper oder im Grundwasser landen könnte. Auch mögliche Auswirkungen auf den Menschen müssen geprüft werden. „Blei wird von Pflanzen und Menschen jedoch nicht so aufgenommen, dass es Vergiftungen gibt“, beruhigt Strehlau.
Der Stadtdienstleiter hofft, dass die Brücke irgendwann den von der Bahn angekündigten neuen Korrosionsschutz bekommt. „Denn es rieselt noch immer.“ asc