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14.06.2011 10:22
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Unterschriften für den Erhalt

Es geschah auf seine Initiative hin. Doch Josef Neumann, Geschäftsführer der Lebenshilfe, konnte sich nicht recht freuen über die Nachricht, die die Deutsche Bahn (DB) zum Wochenende verbreitete: Seit Samstag fährt die Regionalbahn „Der Müngstener“ in der Zeit von 8 bis 23 Uhr halbstündlich von Solingen Mitte aus zum Bahnhof Schaberg – allerdings ausschließlich an Wochenenden und Feiertagen.

„Wir haben lange genug dafür gekämpft“, sagte Josef Neumann gestern vor Ort. „Besser macht das die Misere mit der Brücke aber nicht.“ Nachdem die DB in einem Pressegespräch weiter keine Klarheit über Ausmaß und Dauer der Sanierungsarbeiten schaffen konnte, wächst in Bürgerschaft und Politik die Sorge um die weitere Existenz des bergischen Wahrzeichens. Auf Initiative von Remscheider SPD-Politikern gab es gestern daraufhin eine spontane Unterschriftenaktion im Müngstener Brückenpark – für den Erhalt. Mit unterschriebenen Karten, gerichtet an die DB, sollten Bürger ein Zeichen setzen. „In einer Stunde haben wir 100 gesammelt, ein guter Schnitt“, befand Sven Wolf als SPD-Landtagsabgeordneter.

Die einhellige Meinung der Brückenpark-Besucher drückten wohl Regina und Heinz Mitthofer aus, die sich vor 55 Jahren am Fuße der Stahlkonstruktion zum ersten Mal über den Weg liefen: „Ohne diese Brücke – das geht einfach nicht.“

Für Josef Neumann ist es „fünf vor zwölf“: „Wofür investieren wir als bergische Region in den Tourismus, werben mit unserem Brückenpark, wenn es die Hauptattraktion irgendwann nicht mehr gibt?“ Den Ausbau des Wuppertaler Schwebebahn-Netzes nannte er als Positiv-Beispiel für Investition: „Bei uns hat die Bahn seit 60 Jahren keinen Pinsel mehr in die Hand genommen. Es wird höchste Zeit.“

„Ohne diese Brücke – das geht einfach nicht.“ Regina und Heinz Mitthofer

DB-Sprecher Udo Kampschulte war über die Unterschriftenaktion gestern noch nicht informiert. Er sehe aber die teilweise Öffnung des Schienennetzes bis Schaberg als gute Zwischenlösung – zumindest für die Besucher des Brückenparks. „Mit dem Angebot wollen wir unseren Kunden entgegenkommen“, sagte Kampschulte auf ST-Nachfrage. Während an Wochentagen die Fahrgäste ab Hauptbahnhof in Schienenersatzverkehr umsteigen müssen, setzt die DB an Wochenenden einen Zug ein, der auf einem Gleis hin- und herfährt. Kampschulte: „Im Zwanzig-Minuten-Takt, wie wochentags, wäre das nicht zu leisten.“ acs