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Aufruf für Weltkulturerbe ist da
Der erste Schritt für das Projekt "Weltkulturerbe Müngstener Brücke" kann nach Angaben der Bergischen Entwicklungsagentur (BEA) jetzt gegangen werden. Der Aufruf des NRW-Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr, Bewerbungen einzuschicken, sei nun erfolgt, sagt Christiane ten Eicken von der BEA. "Wir müssen die Brücke beschreiben, ihren universellen Wert begründen, ihre historische Echtheit dokumentieren und sie mit anderen Bauwerken vergleichen", sagt sie über das weitere Vorgehen. Und es sei zu begründen, warum die Müngstener Brücke eine oder mehrere Kriterien der Unesco-Welterbeliste erfülle. "Wir rechnen uns auch deshalb gute Chancen in dem Verfahren aus, weil Stätten des industriellen Kulturerbes unterrepräsentiert sind. Mit einem Schloss oder einer Burg hätten wir es schwerer", so ten Eicken. Für die bergische Abgeordnete Sylvia Löhrmann gehört "die Müngstener Brücke geschützt wie der Kölner Dom". Doch zum Welterbe ist der Weg weit. 2013 sollen die Vorschläge der Kultusministerkonferenz vorgelegt werden, 2015 ist die bisherige Unesco-Liste abgearbeitet. "Selbst wenn wir alle Hürden nehmen, könnte es bis 2020 dauern, bis die Brücke Welterbe wird", so ten Eicken. Für die fachliche Begründung des Antrags habe sich die Reise in das MAN-Archiv nach Augsburg als sehr hilfreich erwiesen. Von dort stammen auch die Notizen aus einem Gespräch mit einem damaligen Brückenarbeiter, der aussagt, den letzten Niet eingeschlagen zu haben, der aus Gold gefertigt gewesen sei. Die Legende um den "Goldenen Niet" erhielt so einen historischen Beleg. "Wissenschaftlich erwiesen ist es dadurch nicht", sagt ten Eicken. Aber der Mythos bringe der Brücke die verdiente Aufmerksamkeit, sei Gesprächsthema und zeige die regionale Verankerung der Brücke. Sie vermutet hinter dem "Goldenen Niet" eher ein Sprichwort, höchstens aber einen vergoldeten Niet. So oder so: Wer glaube, den Niet finden zu können, sei "komplett bekloppt". bjb
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