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09.01.2010 11:15
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Die Stromkreise der Weibsbilder

Von Jan Crummenerl

Marianne Nitzsche sieht es locker. „Es gibt Bilder, die würde ich mir sofort an die Wand hängen. Es gibt Bilder, die sind interessant für die Schublade. Und es gibt Bilder, deren Code ich nicht knacken kann - dann gehe ich vorbei“, sagt die Malerin. Es ist eben immer eine persönliche Frage von Gefallen und Nichtgefallen. „Selbst Fachleute entscheiden oft aus dem Bauch heraus“, weiß Galerist Klaus Gehrmann. In seiner Galerie Gecko in den Güterhallen wird morgen eine Ausstellung eröffnet, bei der bestimmt jeder etwas sehen kann, das gefallen könnte. Denn es ist eine ausgesprochen bunte und kontrastreiche Ausstellung, in der sich drei Künstlerinnen präsentieren: „WeibsBilder“.

Inspirationen aus Musik, Reisen und philosophischen Gedanken

Es stellen drei Frauen aus, die ganz unterschiedliche Stile pflegen und unterschiedlichen Generationen angehören: Marianne Nitzsche (83), Ellen de Jongh (60) und Andrea Scherer (39). Alle drei haben äußerlich nichts miteinander zu tun. Nitzsche ist „Stammgast“ in der Galerie, de Jongh hat Gehrmann auf einer Kunstmesse in Utrecht kennen gelernt, und über Scherer ist der Galerist im Internet gestolpert.

„Meine Inspirationen kommen aus der Musik, meinen Reisen und meinen philosophischen Gedanken“, erläutert Marianne Nitzsche die verschiedenen Seelen in ihrer Brust, die sich auch in ihren abstrakten Arbeiten wiederfinden: zwischen sanft und wild. Mal präsentieren sich ihre Bilder poetisch zart in den Farben, mal mit starkem, spontanem Strich.

Abstrakt erscheinen auch die Arbeiten von Ellen de Jongh. Tatsächlich aber liegen ihren Werken Impressionen der amerikanischen Canyon-Landschaften zu Grunde. Oder auch andere Gegenden: etwa im Dyptychon „La Caldera Lanzarote“. Grelle Kontraste in Rot, Weiß und Schwarz prägen diese großflächigen, kraftvoll gestalteten Bilder-Landschaften.

Wieder ganz anders sind die Arbeiten von Andrea Scherer. Ihr geht es um Kommunikation. Farbenfroh und in lebendiger geometrischer Kleinteiligkeit präsentieren sich etwa ihre Werke „Stromkreis I + II“. Aus Winkeln, Flächen, Linien und Kurven entwickeln sich die Strukturen heraus. „Ich arbeite nicht mit Skizzen, sondern lasse die Bilder wachsen“, erläutert Andrea Scherer. „Die entscheidende Frage ist dann nur, wann ich aufhöre.“ „WeibsBilder“: Ausstellung von Andrea Scherer, Ellen de Jongh und Marianne Nitzsche in der Galerie Gecko, Güterhallen, Alexander-Coppel-Straße 22. Eröffnung: heute 18 Uhr. Zu sehen bis zum 28. Februar, mi. bis sa. 14 bis 17 Uhr, so. 12 bis 17 Uhr.