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16.08.2010 16:33
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„Der absolute Wahnsinn!“

Von Karl-Rainer Broch

Gestern zogen die Veranstalter von Echt.Scharf.Solingen kurz nach 16 Uhr die Notbremse und sagten den noch ausstehenden Auftritt der Jens Filser Bluesband und auch das Summer-Soul-Spektakel von Wolf Codera ab. Jan Höttges, Vorsitzender des Initiativkreises Solingen: „Die Sicherheit geht vor. Wir wollten nicht riskieren, dass auf der nassen Bühne ein Stromschlag die Musiker gefährdet.“

Vorausgegangen waren bei der vierten Auflage der Party rund um den Neumarkt Höhepunkte am laufenden Band sowohl auf der großen Bühne am Neumarkt als auch beim Winzerfest. Der Fronhof platzte aus allen Nähten und hatte nach Polizeischätzungen knapp 9000 Besucher. Beigeordneter Hartmut Hoferichter: „Eine wirklich gelungene Kombination mit den übrigen Programmpunkten.“

Einheimische Musikgruppen fanden viel Beifall

Während sich am Freitagabend sich rund 7000 Fans an der Bühnenshow von „Just Pink“ erfreuten, war am Samstag Schmuserock von Phil Collins und „Genesis“ gefragt. Die Polizei schätzte hier rund 9000 Gäste, so dass die Bilanz trotz des verregneten Sonntags mit über 24 000 Besuchern das Konzept von Musik-Koordinator Philipp Müller bestätigte: „Es bringt mehr Publikum, wenn wir an allen drei Tagen hochkarätige Gruppen verpflichten. Außerdem hat sich unser Superfest auch draußen herumgesprochen.“ Den Test machte er am Samstag vor dem „Still Collins“-Auftritt, als er nach auswärtigen Besuchern fragte, und sich rund tausend Hände in die Höhe reckten.

Das große Fest in der City bot vielen einheimischen Musikgruppen die Gelegenheit, sich auch mal vor größerem Publikum zu präsentieren. „Big City“ mit der Solinger Soul-Legende Hermann Daun trat zum Beispiel vor 2000 begeisterten Zuhörern auf. Dass nach dem musikalischen und optischen Feuerwerk von „Flashover“ am Sonntag nur wenige hundert Fans den Bluesrock von „Now and then“ beklatschten, das lag halt am Wetter.

Unbestritten bleibt die Feststellung von Comedian Heinz Gröning, der angesichts der vielen Zuschauer ausrief: „Solingen, das ist der absolute Wahnsinn!“

Die vielen Programmpunkte, von Zentrenmanagerin Andrea Stelter und ihren Helfern mustergültig inszeniert, strahlten auf die ganze Stadt aus und verhalfen den Geschäften zu mehr Umsatz und erfreuten auch die fliegenden Händler in der Fußgängerzone.

Zufriedene Winzer bei der 16. Auflage am Fronhof

Im Schatten der Stadtkirche war der Treff der Weinfreunde wieder eine rundum gelungene Angelegenheit. Der Fronhof war bis spät nachts ein Anziehungspunkt der Extraklasse. Winzer Harry Schreier: „Alle waren zufrieden, wir haben an den zwei guten Tagen kostendeckend gearbeitet. Schade, dass der Sonntag verregnet ist.“

Bemerkenswert war auch, dass alle Aktivitäten einen friedlichen Charakter trugen. Andre Hankammer, Zugleiter beim Malteser-Hilfsdienst, hatte mit seinen zwölf freiwilligen Helfern wenig zu tun: „Lediglich einige alkoholisierte Leute mussten betreut werden.“