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11.11.2009 09:43
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Demenz erkennen und ihr begegnen

Dr. Volker Spartmann, Leiter der Geriatrie in der St. Lukas Klinik, saß gestern zusammen mit Gabriele Baumbach, stellvertretende Leiterin der Busch-Stiftung „Seniorenhilfe“, sowie Marco Capocci von der Barmer Ersatzkasse am Heißen Draht des ST. Die Experten sagen, worauf es beim Thema Demenz ankommt.

Frage: Bei welchen Symptomen, sollte man abklären, ob jemand an Demenz erkrankt ist?

Wenn er diverse Fähigkeiten und vor allem die Wahrnehmung für die Realität verliert. Wenn zum Beispiel jemand einen Wasserkocher auf die angestellte Herdplatte stellt oder sich gar mit der Klobürste die Zähne putzen will. Auch das kommt, so absurd es klingen mag, häufig genug vor. Ein typisches Symptom ist natürlich zunehmende Vergesslichkeit.

Frage: Wie sollte man als Angehöriger reagieren, wenn diese Symptome auftreten?

Die erste Adresse ist in jedem Fall der Hausarzt. Dieser kann in einem Schnelltest bereits sehr viel feststellen. Zudem kann er den Patienten an ein Krankenhaus überweisen, das eine verbindliche Diagnose erstellt. Es gibt verschiedene Arten von Demenzerkrankungen.

DEMENZWOCHE

Mittwoch, 11. November , 18 Uhr, Vortrag der Seniorenhilfe in der Volkshochschule (VHS), Mummstraße: „Demenz und Psychodrama - Methode des einfühlsamen Verstehens“.

Donnerstag, 12. November , Evangelisches Altencentrum Cronenberger Straße, Casa Emilia, Emilienstraße 8. Schnupperstunde „Märchenarbeit mit Demenzkranken“ (15-16 Uhr), Vortrag: „Trauma, Trost und Talisman - Woran erkenne ich, dass Kriegserlebnisse wieder wach werden?“ (18.30 Uhr).

Frage: Und was kann ich tun, wenn sich der Betroffene weigert, zum Arzt zu gehen?

Das gibt es häufig. Oft merken Menschen mit leichter Demenz zwar irgendwo, dass sie ein Problem haben. Sie sträuben sich jedoch davor, es einzusehen. Man muss versuchen, die Stigmatisierung, die viele mit der Diagnose verbinden, aufzulösen. Zudem können Angehörige damit argumentieren, dass hinter den Symptomen auch etwas anderes, zum Beispiel eine Depression stecken kann, und dass es in jedem Fall gut sei, die Ursache abklären zu lassen. Depression und Demenz sind oft schwer zu unterscheiden.

Frage: Wie können Angehörige Dementen helfen, und welche Behandlungsmöglichkeiten haben die Ärzte?

Mithilfe verschiedener Medikamente können die Ärzte die Symptome der Demenz abmildern. Unter anderem werden die Patienten auch darin unterstützt, wieder aktiv ihren Alltag zu gestalten. Das kann bedeuten, dass sie sich wieder waschen oder die Zähne putzen. Was den Menschen antrainiert werden muss, ist sehr vom individuellen Fall abhängig. Die Angehörigen bekommen im Krankenhaus Tipps zum Umgang mit den Patienten. Karitative Einrichtungen bieten sogar kostenlose Schulungen an. Wenn der Patient das Krankenhaus verlässt, sollte geklärt werden, ob er gepflegt werden muss. Den Antrag dafür muss man bei der Pflegekasse stellen.

Frage: Kann ich auch schon etwas tun, wenn die Demenz noch nicht so fortgeschritten ist?

Natürlich. Man kann zum Beispiel „Dementengeld“ in Höhe von 100 oder 200 Euro pro Monat beantragen. Damit lässt sich zum Beispiel ein Besuchsdienst finanzieren, der mit dem Patienten spazieren geht. Das kann wichtige Freiräume für die Angehörigen schaffen. Ob die Voraussetzung für die Zahlung des Dementengelds gegeben ist, prüft der medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK). Dieser wird von den Pflegekassen nach Antragstellung eingeschaltet.

Hat der Betroffene noch viele wache Momente, so ist es meist sinnvoll, frühzeitig eine Vorsorgevollmacht auszufüllen. Mithilfe dieser kann der Patient zum Beispiel einem Angehörigen weitreichende Vollmachten für den Fall erteilen, dass die Demenz schlimmer wird. Den Betroffenen einzubinden, bevor er nicht mehr selbst über sein Wohl entscheiden kann, hilft oft, spätere Konflikte zu entschärfen. fma