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18.08.2012 07:31
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China will Solinger Firmen

Von Dirk Lotze

Legere Hemden und offene Kragenknöpfe können täuschen. Aus Vertreten großer chinesischer Investoren bestand die Gruppe, die gestern mit Reisebussen beim Besteckhandelshaus Carl Schmidt Sohn vorfuhr. Das Unternehmen diente als Beispiel für eine geglückte Übernahme: „Wir gehören seit vergangenem September zur chinesischen Linkfair-Gruppe“, sagt Geschäftsführerin Marion Grob.

Neuer Eigentümer an der Saarstraße in der Innenstadt ist die AD Charterhouse Europe GmbH, deren Geschäftsführerin Yiaoyu Zhang begrüßte die Gäste: „Eine Übernahme muss man richtig machen, um die Firmen nicht zu gefährden.“ Die Zusammenarbeit zwischen Carl Schmidt Sohn und Linkfair bestehe schon lange, dennoch seien rechtlich und steuerlich viele Details zu klären gewesen.

„Unsere Firma wird zur Europa-Zentrale für Linkfair ausgebaut“, erläutert Grob. Die Solinger vertrieben seit 1992 Besteck aus Fernost. Die bestehende Marke „CS Kochsysteme“ werde Produkte der niedrigen und mittleren Preisklasse umfassen, „1829“ solle als Marke für hochwertige Ware verwendet werden. Ob der Standort im breit gestreckten Backsteinbau an der Saarstraße bleiben kann, werde noch geprüft. Die Werke in China könnten Nachfrage in praktisch beliebigem Umfang bedienen und nach internationalen Qualitätsstandards fertigen, fügt Zhang hinzu.

„Es war eine richtige Entscheidung, hier zu investieren und die Firma weiter zu entwickeln“, sagte Delegationsleiter Liang Guixuan vom Wirtschaftsministerium der Provinz Guandong in China. Fachleute aus Automobilzulieferung und Maschinenbau suchen bei dieser Erkundungsreise Partner in Deutschland.

Solingens Ruf für Qualität
hat internationalen Wert

Solingen und die sprichwörtliche Qualität sind ein Thema für die Delegation. „Wir sind international ein interessanter Partner. Unsere vergleichsweise kleine Stadt hat weltweit einen guten Ruf“, sagte Oberbürgermeister Norbert Feith (CDU).

„Die Frage ist: Wie wird ein Unternehmen bewertet?“, erläutert Constantin Frenking, Mitarbeiter des Wuppertaler Wirtschaftsprüfungsunternehmens Buth-Hermanns, das die Übernahme mit vorbereitet hat.

„Jeder Investor ist willkommen“, kommentiert Hugo Sattler, Geschäftsführer des Bereichs „International“ der Industrie- und Handelskammer Wuppertal-Solingen-Remscheid. Durch ihr Engagement würden ausländische Investoren ihre Wertschätzung für Produkte der Region zeigen: „Es handelt sich normalerweise um langfristige Engagements.“