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24.11.2009 09:24
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„Brücke gegen Selbstmörder sichern“

Was für ein Schock beim friedlichen Familienspaziergang: Gerade noch nichts Böses geahnt und im nächsten Augenblick schon Zeuge eines tragischen Selbstmords. Am Sonntagmittag ist es in Müngsten wieder passiert (ST berichtete). Gegen 12.30 Uhr stürzte sich eine 74-Jährige aus Radevormwald von der über 100 Meter hohen Eisenbahnbrücke in den Tod. Passanten, die zufällig vorbeikamen - zum Teil mit Kindern -, hatten keine Chance, dem Vorfall zu entgehen.

Das Geschehene lässt Stefan Böhm nun nicht mehr ruhen. Zu oft schon hat die Betreiber-Familie des Kiosks und der Minigolfanlage im Brückenpark erleben müssen, wie verzweifelte Menschen in die Tiefe sprangen. Stefan Böhm fordert deshalb zum Schutz der Besucher endlich Konsequenzen. Bereits häufiger seien Unbeteiligte um Haaresbreite in Mitleidenschaft gezogen worden. Auch im Sommer verfehlte ein Springer nur knapp eine Familie. „Es ist eine Frage der Zeit, bis Schlimmeres passiert.“

Am Sonntag, berichtet Böhm, sei im Park rege diskutiert worden, wie die berüchtigte Brücke vor Selbstmördern zu sichern sei. Man solle am Fußweg Netze aufspannen, ähnlich wie am Eifelturm in Paris, um Passanten Schutz zu bieten. Immerhin rangiert die mehr als 100 Jahre alte Stahlbrücke in berüchtigten Kreisen als Top-Tipp für den Suizid.

Die Bahn als Eigentümer prüft Maßnahmen und äußert sich in Kürze

„Wir können da gar nichts tun, weder Streife fahren noch bauliche Veränderungen vornehmen“, sagt Polizei-Pressesprecher Alexander Kresta. „Das ist Sache des Eigentümers.“ Und der heißt Deutsche Bahn AG. Selbst die Bundespolizei kann dem Unternehmen nicht reinreden. „Sicherlich wären dort Maßnahmen förderlich, um Unbeteiligte zu schützen“, sagt Pressesprecher Stefan Beckmann. „Aber wir können das höchstens empfehlen und nicht anweisen.“ Es habe darüber schön häufiger Gespräche mit der Bahn gegeben. „Ich fürchte aber, das ist technisch nicht so ohne weiteres zu lösen und kostet auch einiges.“ Eine halbherzige Lösung bringe nichts. „Wenn etwas gemacht wird, muss es auch effektiv sein.“ Die Blombachtalbrücke an der A 1 zum Beispiel, die ebenfalls durch Selbstmörder traurige Berühmtheit erlangt hat, ist längst durch hohe Zäune gesichert.

Wie ein Sprecher der Bahn gestern bestätigte, wird nach dem neuerlichen Vorfall intern bereits geprüft, ob es Maßnahmen gibt, die Abhilfe schaffen können, und welche Lösung dafür eventuell in Frage kommt. Schon in Kürze wolle sich das Unternehmen dazu äußern, heißt es. In diesem Jahr nahmen sich in an der Brücke bereits acht Menschen das Leben, 2008 und 2007 jeweils fünf. kra

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