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Der Aufstand der Anständigen
Am Samstagmittag waren alle erleichtert: Organisatoren ebenso wie Polizisten, friedliche Demonstranten ebenso wie die Solinger Bürger, die in die Innenstadt oder nach Ohligs gekommen waren, um Farbe zu bekennen. Farbe gegen die Kundgebungen von „Pro NRW“ an der Hauptstraße und der NPD auf dem Parkplatz neben dem Bremsheyplatz in Ohligs. Nach nur wenigen Stunden gab es am Samstagmittag Entwarnung. Kundgebungen und der Gegenprotest des Bündnisses „Bunt statt Braun“ waren weitestgehend friedlich verlaufen. Über 60 Gruppen, Vereine, Parteien, Kirchen und Organisationen hatten sich in dem Bündnis „Bunt statt Braun“ zusammengeschlossen, um den rechten Vertretern von „Pro NRW“ und NPD die Stirn zu bieten. Mit Trillerpfeifen und lauten Rufen schafften sie es, sie mundtot zu machen. Nur 70 statt der angekündigten 200 Teilnehmer waren als Vertreter der Bewegung „Pro NRW“ gekommen. Sie trafen auf etwa 250 Solinger von „Bunt statt Braun“. Auch Oberbürgermeister Norbert Feith mischte sich unter die Bündnisvertreter und machte in seiner Ansprache deutlich, wie wichtig es ist, dass die Solinger sich gegen die Gefahr von rechts positionieren. NPD ging nach einer halben Stunde Nur eine halbe Stunde, von 12.15 bis 12.50 Uhr, dauerte die Kundgebung der rechten NPD in Ohligs, die dort nur 26 Parteivertreter aufbrachte. 200 Gegendemonstranten sorgten auch hier dafür, dass sie ihre Parolen und ihr rechtes Gedankengut nicht publik machen konnten. Weil im Vorfeld Ausschreitungen befürchtet worden waren, war die Polizei am Samstag mit einem Großaufgebot und vier Hundertschaften im Einsatz. An beiden Kundgebungsorten wurden die Gruppen räumlich voneinander getrennt, so dass Zusammenstöße verhindert werden konnten. In Ohligs wurden die NPD-Vertreter unter Polizeigeleit durch die Unterführung in wieder zu ihrem Zug gebracht. Hierfür wurde der gesamte Hauptbahnhof für etwa eine halbe Stunde gesperrt. In der Innenstadt fuhren die Vertreter von Pro NRW mit dem Bus über die Goerdeler Straße ab. Kurzzeitig sperrten Gegendemonstranten die Fahrbahn mit einer Sitzblockade. Der Bus wurde über die Gegenfahrbahn zur Kasinostraße geleitet. Die Blockade löste sich ohne weiteren Polizeieinsatz wieder auf. „Insgesamt können wir ein positives Fazit ziehen und ein Lob an die Solinger Bürger aussprechen. Alle haben sich sehr besonnen verhalten“, lobte Polizeisprecher Michael Bartsch. Zwischenfälle gab es nur wenige. In Ohligs versuchten zwei Gegendemonstranten die Absperrung zu druchbrechen. In der Innenstadt wurde ein junger Mann festgenommen, weil er eine gefüllte Plastik-Getränkeflasche auf einen Polizeibeamten geworfen haben soll. Zu einer Festnahme kam es nach der Veranstaltung in Ohligs, als dort ein Mann mit Steinen warf. sith |
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