STREIK Die Verlierer nahmen es gelassen, die Gewinner freuten sich. Manche Fahrgäste wurden überrascht.
Wo bleiben die Busse? Es ist 9.05 Uhr und an den Haltestellen der Heresbachstraße stehen ungeduldig zwei Fahrgäste, schauen auf die Uhr. Was 99 Prozent der Solinger wissen, haben ein paar trotz Medienspektakel nicht mitbekommen. Dabei stand es groß und breit in der Presse: Warnstreik auf breiter Front. „Was, es kommen keine Busse? Oh, Gott, ich muss doch in die Innenstadt“, stöhnt eine Frau. Mit Foto oder Namen will keiner von ihnen in die Zeitung, nur Monika Bakalarczyk, die mit Hund „Lucky“ schon längst im Büro sein müsste, ist am Schlagbaum offener: „Mist, jetzt komme ich zu spät. Gut, dass wenigstens die Bahn fährt“, sagt die Auszubildende, die am Streikmorgen nach Remscheid muss.
Gelassen sieht es auch Carlos Cerezo am Klinikum. Ein dicker Verband schützt sein rechtes Ohr. „Ich finde den Streik wichtig“, meint er und blickt zu den Streikenden. Cerezo ist Patient auf der „HNO“, Nachteile hat er durch den Streik nicht. Auch Operationen müssen im Klinikum an diesem Morgen nicht verschoben werden. Gewinner sind die Taxifahrer. „Ein bisschen brachte es uns“, sagt Benno Pickelein zufrieden. Er und Kollege Ferhat Alkan nahmen besonders im Morgenverkehr Fahrgäste an den Bushaltestellen auf. up
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