BERGISCHE ORCHESTER Wuppertals FDP will die Fusionsgespräche im Rat vom Tisch bekommen.
Bisher liege noch keine Gesprächs-Anfrage der Oberbürgermeister von Remscheid, Wuppertal und Solingen vor, so die Pressestelle der Kulturministerin Ute Schäfer (SPD). Von daher könne es auch keine Antwort auf die Frage geben, ob ein Gespräch zustande kommt oder nicht. Gemeint ist ein Gespräch über die Fusion des Wuppertaler Sinfonieorchesters mit den Bergischen Symphonikern. Montag hatten die Oberbürgermeister im Städtedreieck vereinbart, das Land um finanzielle Mithilfe zu bitten.
„Die Summe ist nicht im Landeshaushalt verfügbar“
Wuppertals Oberbürgermeister Peter Jung und Remscheids Oberbürgermeisterin Beate Wilding erklärten gestern, dass sie davon ausgehen, dass ein Gespräch zustande kommt, auch wenn die SPD-Landtagsfraktion bereits betont hat, dass keine Mittel fließen. Der kulturpolitische Sprecher der Fraktion, Andreas Bialas, stammt selbst aus Wuppertal. Er betont: „Es geht um eine Summe, die wir nicht aus dem Landeshaushalt nehmen können.“ Die Rede sei von zehn bis 28 Millionen Euro, die die drei Städte in den ersten zwölf Jahren nach einer Fusion an Mehrkosten auf den Tisch legen müssten, sagt der Landtagsabgeordnete. Die verschiedenen Rechnungen fußen auf unterschiedlichen Ansätzen, wie sich eine Fusion konkret abspielen könnte – angefangen von den Personal- bis hin zu Fahrtkosten. Erst nach zwölf Jahren könnten erste Einsparungen zu Buche schlagen. Die SPD-Landtagsfraktion spricht sich daher gegen eine Fusion aus. Nicht nur aus finanziellen Gründen wie das Solinger Tageblatt bereits berichtete. Andreas Bialas betont: „Man muss sich fragen, ob eine Fusion finanziell und qualitativ etwas bringt. Wenn man diese Frage stellen muss, macht sie keinen Sinn.“ Solingens Landtagsabgeordneter Josef Neumann, ebenfalls SPD, sieht auch keinen Bedarf für Gespräche zwischen den Stadtchefs und der Ministerin, er sagt: „Zuerst müssen die Oberbürgermeister doch die Richtung bekannt geben, die eingeschlagen werden soll.“ Eine Entscheidung darüber, wird es nach den Sommerferien geben.
Derweil hat die Wuppertaler FDP einen Antrag formuliert, der im Kulturausschuss am 29. Juni diskutiert werden soll. Die FDP-Fraktion spricht sich gegen eine Fusion aus und erwartet stattdessen ein Finanzierungskonzept für das Wuppertaler Sinfonieorchester. In Remscheid fordert die Wählergemeinschaft „WiR“ keine Luxusfusion. Heißt, die Gehälter der Bergischen Symphoniker sollten nicht wie das Kulturgutachten von „Actori“ fordert an die der Wuppertaler Sinfoniker angeglichen werden. In Solingen wurde in der letzten Ratssitzung eine Anfrage der Ratsmehrheit gestellt, die von allen Fraktionen begrüßt wurde : Darin sollen weitere Kooperations-Szenarien geprüft werden. ate, thö, kc