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01.06.2010 10:38
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Beamten-Wohnungsbau: „Würden OWB-Häuser kaufen“

Sind Genossenschaften noch ein sicherer Hafen? Die Pleite der Ohligser Wohnungsbau eG hat eine Welle von Befürchtungen ausgelöst, die auch in der Südstadt angekommen ist. Karin Spiewak-Berg, Geschäftsführerin des Beamten-Wohnungsbauvereins, will am kommenden Montag Kennzahlen ihrer Genossenschaft vorlegen. Vor der Mitgliederversammlung, die wieder im Haus der Stadt-Sparkasse an der Kölner Straße stattfindet, sagt die Geschäftsführerin: „Wir stehen sehr, sehr gut da.“

So gut, dass Spiewak-Berg laut über den Kauf von Häusern, auch solchen der OWB, nachdenkt. „Gerade innerhalb von Genossenschaften wäre es optimal - aber der Preis muss stimmen.“ Außerdem will sie in den eigenen Bestand investieren. Gut drei Millionen Euro sollen in 21 Häuser an der Guntherstraße gesteckt werden. Die Siedlung stammt aus den 50er Jahren. Die Arbeiten an den ersten sechs Häusern sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

2009 hatte die Genossenschaft gut 1,3 Millionen Euro für Modernisierungen ausgegeben. Unter anderem wurden drei Wohnungen am Spechtpfad, an der Kanal- und der Beckmannstraße erweitert, etwa durch den Ausbau des Speichers. Dem Muster Dachgeschossausbau will die Genossenschaft auch an der Gun-therstraße folgen - und bei dem kürzlich durch einen Brand beschädigten Haus an der Bismarckstraße.

Nach dem Verkauf des Gebäudes Friedrichstraße 59 hat der Beamten-Wohnungsbauverein noch 191 Häuser mit 799 Wohnungen. Die Zahl der Mitglieder sank von 1355 auf 1316. Eine Dividende auf ihre Anteile werden sie auch in diesem Jahr nicht erhalten. Spiewak-Berg: „Alles, was wir erwirtschaften, muss in die Häuser gesteckt werden.“

642 000 Euro vom Überschuss gehen in die Rücklagen

Von den 658 000 Euro Jahresüberschuss (2008: 180 000) sollen 642 000 Euro in die Rücklagen fließen (2008: 168 000 Euro). Die Bilanzsumme lag bei 21 Millionen Euro (2008: 20 Mio.). Die Eigenkapitalquote stieg von 36,4 auf 38,1 Prozent.

2009 blieben die Mieten bei der Genossenschaft stabil. Sie liegen zwischen 4 und 5 Euro (kalt); beim 2008 bezogenen Neubau an der Beckmannstraße (s. Foto) sind es 7,50 Euro. Über eine Mieterhöhung fürs laufende Jahr wurde noch nicht entschieden, laut Geschäftsbericht ist sie aber wahrscheinlich. Leer stehende Wohnungen gibt es bei den „Beamten“ (wo aber jeder Mitglied werden kann) so gut wie nicht: Die Leerstandsquote lag am Bilanzstichtag bei 0,5 Prozent (0,99 Prozent im Jahr zuvor). flm