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24.04.2012 10:14
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Auto fährt Kirchtreppe runter

Von Hans-Peter Meurer

Kaum zu glauben: Weil er sich verfahren hat, gerät am späten Sonntagabend ein 76-jähriger Ohligser mit seinem Ford hinter der Gräfrather Klosterkirche auf die Klostertreppe und poltert mit seinem Kleinwagen rund 45 Stufen hinab bis fast auf den Marktplatz. Wie durch ein Wunder bleibt der Senior, der alleine im Wagen sitzt, unverletzt. Auch das Auto ist noch fahrbereit, obwohl der Ford Fiesta an der Frontschürze schwer beschädigt ist. Ein Passant (19), der gerade vom Marktplatz aus die Treppe zur Klosterkirche hinaufgeht, traut seinen Augen nicht, als er in der Dunkelheit plötzlich zwei Scheinwerferkegel mit rasantem Tempo auf sich sich zukommen sieht. Mit einem beherzten Sprung zur Seite in ein Seitengässchen der Kirchtreppe bringt er sich in Sicherheit, während der 76-Jährige in dem Fiesta weiter talwärts poltert.

Anwohnern kam der Unfall
vor wie ein Action-Film

Am Sonntag gegen 21.35 Uhr sitzt Josef Machulla (53), ehemaliger Fußball-Profi zu Zweitligazeiten der SG Union, im Wohnzimmer seines idyllisch an der Klostertreppe im historischen Altstadtkern gelegenen Fachwerkhaus vor dem Fernseher. Plötzlich schreckt seine Frau Martina (51) hoch: „Was poltert denn da so?“, fragt sie sich und sieht aus dem Fenster. Sie bemerkt, dass die rund 80 Meter lange Kirchtreppe hell erleuchtet ist. „Da bollerte dort tatsächlich ein unaufhörlich wippendes Auto die Steinstufen hinunter – wie in einem Action-Film“, schildert sie. Zum Glück kommt der Wagen auf einem Zwischenpodest an dem Quer-Gässchen Täppken zum Stehen. Das Ehepaar kümmert sich sofort um den Fahrer, alarmiert die Polizei.

Dann stellt sich heraus: Der Senior, der nicht alkoholisiert war, hatte zuvor in einem Gräfrather Lokal mit seiner Familie den Geburtstag eines Enkels gefeiert. Dann aber war er vom Parkplatz am Brandteich, wo sein Ford geparkt war, „irgendwie“ falsch gefahren und landete so vor der Klostertreppe. „Ich habe noch gemerkt, wie die Vorderräder zwei Stufen abwärts rollten. Doch Rückwärtsfahren war nicht mehr möglich“, habe der 76-Jährige hinterher zu den Machullas gesagt.