AUSSTELLUNG Bis 30. April in der City-Art-Galerie.
Ralf Sommer liebt es, schnell zu malen. Meist entstehen die Bilder innerhalb eines Tages, dadurch erscheinen sie wie aus einem Guss. „Ich überlasse wenig dem Zufall, das Bild ist in meinem Kopf schon vorher fertig.“ Die erste Station seiner diesjährigen Tour ist die City-Art-Galerie auf der Düsseldorfer Straße, die 22 seines rund hundert Werke umfassenden Komplexes zeigt.
„Life is not the End“ ist das Motto. Sommer gehört zu den Menschen, die das Bestreben haben, etwas zu schaffen, was über das Leben hinaus Bestand hat. Schwerpunktmäßig konzentriert sich seine Malerei - Acryl auf Holz - auf Menschen und Bäume. Holz ist langlebiger und mächtiger als der Mensch. Die Beziehung zwischen beiden erkennt man auf dem großformatigen Bild eines Waldes mit einem vergessenen Tuch, daher auch der Titel „Vergessen“.
Dem Betrachter kommen die Menschenporträts auf Augenhöhe entgegen. Nur wer sich ganz unten fühlt, wird vom Künstler tiefer platziert. Die dargestellten Personen wirken traurig, die originellen Titel verdeutlichen die Befindlichkeit. „Alexandra ist es gewohnt zu warten“ zeigt eine Frau, die traurig im blauen Mantel in der Landschaft sitzt.
„Im Namen des Volkes“ verdeutlicht die Richter von heute in roten Roben, aber versehen mit den Frisuren der 68er-Bewegung, auch eine Art von Zeitkritik. Die Vielfalt des in Hannover arbeitenden Künstlers, der seinerzeit das „48 Stunden“-Spektakel erfunden hat, benutzt nicht nur Farbe als Kontrastmittel, sondern vermag auch den Bildern seiner „grauen“ Phase mit durchscheinendem gelben Untergrund ein Gefühl von Licht zu geben. bro.
City-art-Galerie, Düsseldorfer Straße 71+73. bis 30.4. Vernissage heute, 12 Uhr. Geöffnet Mi. und Fr. 16-19 Uhr, Sa. 12-15 Uhr.