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23.01.2010 09:40
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Ausländische Kinder haben es schwerer

Eine Menge statistisches Material hatte Thomas Kufen (CDU), Integrationsbeauftragter der Landesregierung NRW, am Dienstag Abend im Gepäck. Kufen war auf Einladung des Gewerkschaftsbundes, des Katholischen Bildungswerkes und der Initiative „Solingen gehört uns“ in den Clemenssaal gekommen, um das Thema „Migration und Bildung“ näher zu beleuchten. Rund 30 Zuhörer waren dieser Einladung gefolgt.

„Das Thema Integration und Bildung schwimmt ganz oben auf“, betonte Kufen. Und das nicht ohne Grund: Zwar erreichten Einwandererkinder im Verhältnis fast ebenso viele Fach- und Hochschulabschlüsse wie Deutsche. Aber während immer mehr einfache und ungelernte Jobs verloren gehen und daher Qualifizierung immer wichtiger wird, liegt der Anteil von Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte, die keinerlei Schulabschluss haben, sehr hoch: Allein in Solingen erreichten 15 Prozent der Kinder mit ausländischen Wurzeln keinen Abschluss. So sei das politische Ziel „Aufstieg und Integration durch Bildung“ nicht geglückt. Dazu haben Migranten selbst bei gleichen Abschlüssen schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Ein unverzichtbares Schlüsselthema seien die Eltern. Sie würden oft vernachlässigt. Während von deutscher Seite oft beklagt werde, dass Migranten in der Schule ihrer Kinder nicht genügend mitwirkten, fühlten sie sich nicht angesprochen oder nicht ernst genommen. Elternvereine von Migrantenorganisationen hätten da oft gute Arbeit geleistet - zum Beispiel bei der Sprachförderung. „Die Bedeutung der Herkunftssprache für das Erlernen von anderen Sprachen ist von deutscher Seite unterschätzt worden“, räumte Kufen ein. sf