ALTENHILFE Verein „Lebensherbst“ schenkt eine moderne „Wii“-Konsole. Graf von Faber-Castell kommt zu Besuch.
Computer-Spiele sind nur etwas für junges Gemüse? Von wegen. Die Senioren im Wohnheim der Evangelischen Altenhilfe in Wald wünschten sich ausdrücklich eine moderne „Wii“-Konsole, deren Spiele mit Handbewegungen gesteuert werden können. Einige hundert Euro kostet so ein Gerät. Und die kamen vom Verein „Lebensherbst“, den die TV-Schauspielerin Mariella Ahrens („In aller Freundschaft“, „Mit Glanz und Gloria“) gegründet hat.
Barbara Franke, Geschäftsführerin der Altenhilfe an der Corinthstraße, hatte sich an den Verein gewandt, der pflegebedürftige Senioren unterstützt. Zur „Einweihung“ des Geräts kam gestern sogar adliger Besuch vorbei - Graf Patrick von Faber-Castell, der Ehemann von Mariella Ahrens. „Diese spielerische Art und Weise ist aber nur der erste Schritt, sich besser kennenzulernen“, sagte er. Danach sollen Gespräche über die individuellen Bedürfnisse der Senioren folgen.
„Lebensherbst versucht, diese Wünsche zu erfüllen, wenn es möglich ist“, sagt der Graf. Aber das hänge auch davon ab, wie stark die Heimleitung sich einsetze. „Wir wollen den älteren Menschen den Alltag versüßen.“ Beispielsweise habe es in einer anderen Einrichtung einige Senioren gegeben, die gern noch einmal fliegen wollten. „Da haben wir ein Privatflugzeug für einen Rundflug über Hamburg gemietet“, erzählt von Faber-Castell. Der Verein bekam im vorigen Jahr den Pulsus Preis, unter anderen gestiftet von der Techniker-Krankenkasse.
Computerspiele: Fast so schön wie echtes Kegeln
Als der Graf in Wald eintraf, spielten die Hausbewohner bereits konzentriert auf der virtuellen Kegelbahn und zeigten keinerlei Scheu vor der Technik. „Ich fühle mich nicht wie 80“, sagte Resi Neef. „Ich mache überall mit, aber perfekt bin ich noch nicht.“ Auch Hans Joachim Fischer (84) hatte nur noch Augen für den Bildschirm: „Ich habe das früher schon einmal gespielt. An die Technik muss man sich zwar gewöhnen, aber es macht Spaß. Meine Frau und ich gehen auch richtig kegeln, aber das hier ist mal etwas anderes.“ Der Graf ließ es sich nicht nehmen, gegen die Senioren anzutreten und selber ein paar digitale Kegel umzuwerfen - eine Premiere für den Ehrengast.
Für einen bewegenden Augenblick sorgte Resi Neef mit einer kleinen Rede an den Grafen. Sie dankte mit Tränen in den Augen, stellvertretend für alle Bewohner, für das außergewöhnliche Geschenk: „Dadurch ermöglichen Sie uns, am technischen Fortschritt teilzuhaben.“ naob