Snippets
Snippets
06.05.2009 09:20
Drucken Vorlesen Senden
Ärger für Gartenschau-Macher
Am Wochenende ist der Meisterbetrieb Garten- und Landschaftsbau Christian Busch wieder Ausrichter des 2. Solinger Blumen- und Gartentags im Botanischen Garten. Ein freudiges Ereignis für den Gartenbau-Meister, wenn es nicht hinter den Kulissen einen Wermutstropfen gäbe. Christian Busch ist verärgert über das Deutsche Rote Kreuz: „Wir sollen unser selbst entworfenes Logo löschen lassen, weil wir kein rotes Kreuz verwenden dürfen.“ Vor drei Jahren habe man es selbst entwickelt. Das Logo wurde am 5. Mai 2008 als Marke offiziell angemeldet, die Urkunde für die Anerkennung der Marke datiert vom 17. Juni 2008.

Ein Patentanwalt wurde inzwischen eingeschaltet

Er sehe aber gar nicht ein, das Logo aufzugeben. Es enthalte kein rotes Kreuz. „Es ist noch nicht einmal ein halbes rotes Kreuz, und es ist auch nicht an ein rotes Kreuz angelehnt“, schreibt er auf seiner Internetseite. „Man könnte genauso gut behaupten, es ist ein liegendes T oder ein halbes rotes H.“ Inzwischen habe er einen Patentanwalt eingeschaltet.

Einen Streitwert von 50 000 Euro haben die Anwälte des Deutschen Roten Kreuzes angegeben. „Und sie haben uns mit einer Strafe von 5100 Euro und Anwaltskosten von 1600 Euro gedroht“, sagt Christian Busch sauer. Svenja Koch, Pressesprecherin des Roten Kreuzes, hält dagegen: „Das Rote Kreuz ist mehr als nur eine geschützte Marke. Es ist ein völkerrechtlich weltweit anerkanntes Schutzzeichen“, erklärt sie. Das wurde in der Genfer Konvention festgelegt. „Daher ist es uns geboten, dieses Symbol vor jedwedem Missbrauch oder aber wie im vorliegenden Fall vor Banalisierung zu schützen.“ Als Beispiele nennt sie die Befreiung von Ingrid Betancourt, bei der die Retter als Rote-Kreuz-Helfer getarnt agiert hätten, und den Fall der Promi-Masseuse Dr. Dot, die sich im offenherzigen Rot-Kreuz-Schwester-Kostüm der Öffentlichkeit präsentiert hatte. Der Streit lief Anfang diesen Jahres. „Dr. Dot hatte ein Einsehen und trägt jetzt rote Herzen auf ihrer Schwesterntracht.“

Sollte das Solinger Garten- und Landschaftsbau-Unternehmen kein Einsehen haben und Veränderungen an dem Logo vornehmen, rechnet die Pressesprecherin mit einer mehrjährigen Auseinandersetzung. „Das dauert Jahre.“

Zur Gartenschau am kommenden Wochenende haben sich etwa 30 Aussteller angemeldet: vom Imker über den Rasendoktor bis hin zu Anbietern von Gartenmöbeln und Kunsthandwerk für Garten und Balkon. „Wir waren vergangenes Jahr sehr zufrieden über den Besuch“, sagt Christian Busch. Der Mitveranstalter – die Stiftung Botanischer Garten – wird für das leibliche Wohl sorgen. Der 2. Blumen- und Gartentag ist Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. kc