KLINIKUM Tara wog 4800 Gramm. Ihre Größe ist ungewöhnlich, das Gewicht nicht.
Von Anja Kriskofski
Als Tara am 29. Januar auf die Welt kam, musste die Hebamme im Kreißsaal des Städtischen Klinikums improvisieren: Das Mädchen war bei seiner Geburt mit 61 Zentimetern so lang, dass das Standard-Maßband nicht ausreichte. „Das geht nur bis 60 Zentimeter“, sagt Oberärztin Dr. Petrina Felstead. „Eine solche Länge ist schon spektakulär.“ Das Mädchen kam auf natürlichem Weg auf die Welt.
Die ältere Tochter der Velius hat Standardmaße
Mit einem Gewicht von 4800 Gramm ist Tara angesichts ihrer Maße geradezu schlank. Dass ihre zweite Tochter ein solcher Wonneproppen ist, hat auch Besarte und Benjamin Veliu überrascht. „Unsere erste Tochter Benesa wog 3800 Gramm und war 53 Zentimeter groß.“ Tara war Anfang der Woche Stationsgespräch. „,Ist das die Große?’, wurde ich von einem anderen Vater gefragt“, erzählt Benjamin Veliu. Über die Ursachen für die stattlichen Maße kann er nur spekulieren: „Vielleicht war es das Nutella, von dem meine Frau in der Schwangerschaft viel gegessen hat“, sagt er schmunzelnd.
Der Grund für ein hohes Geburtsgewicht könnte eine Zuckererkrankung während der Schwangerschaft sein, erklärt Gynäkologie-Chefarzt Prof. Dr. Jacobus Pfisterer. „Das war bei der Patientin aber nicht der Fall.“ Diabetes bei Schwangeren nehme generell zu, „aber wenn er frühzeitig entdeckt und behandelt wird, ist auch das Kind normal groß“. In Berlin machte 2011 ein Baby Schlagzeilen, das mit einem Geburtsgewicht von sechs Kilo das Licht der Welt erblickte. Werden die Neugeborenen immer größer und schwerer? Pfisterer sieht keinen Trend: „Das gab es früher auch.“ Im Klinikum kamen im vergangenen Jahr sechs Kinder zur Welt, die 4800 Gramm und mehr auf die Waage brachten. Allerdings gelte bereits eine Körperlänge von 56 bis 58 cm als „groß“, sagt Oberärztin Felstead mit Blick auf Tara.
Auch in der St. Lukas Klinik hat man Erfahrung mit großen und schweren Babys. Zu den Schwersten habe ein Neugeborenes mit 5200 Gramm gezählt, erinnert sich der Chefarzt der Gynäkologie, Prof. Dr. Klaus Meinen. „Die Eltern werden immer größer, also werden auch die Babys immer größer.“ Auch Schwangerschaftsdiabetes führe zu schwereren Kindern. Deutet sich ein hohes Geburtsgewicht an, sei eine vorherige Untersuchung wichtig. „Ist das Becken zu eng, würde man eher zu einem Kaiserschnitt raten, um Komplikationen zu vermeiden.“ Sonst könnten die Kinder im Geburtskanal stecken bleiben.
Bei Besarte Veliu verlief alles reibungslos: „Die erste Geburt war schwerer.“ Sie und ihr Mann freuen sich nun auf zu Hause: mit der dreijährigen Benesa und der kleinen, großen Tara.