GUMMIBÄRCHEN-DYNASTIE Firmen-Patriarch Hans Riegel kündigt in einem Interview den Bau eines Logistikzentrums an.
Das würde Solingen schmecken: In einem Interview mit der „Lebensmittelzeitung“ (Frankfurt am Main) spricht Dr. Hans Riegel, dem die Häfte der Haribo-Gruppe gehört, über ein „aktuelles Großprojekt“ in Solingen. 25 Millionen Euro sollen in den Standort fließen. „Diese Summe hat Herr Riegel konkret genannt und später zur Veröffentlichung autorisiert“, sagt Andreas Chwallek, der den Patriarchen am Dienstag für die Fachzeitung befragt hatte.„Eine Erweiterung in Solingen ist geplant.“Marco Alfter, Haribo-SprecherZur Höhe der Investition äußerte sich Haribo gestern auf ST-Anfrage zwar nicht. Firmen-Sprecher Marco Alfter bestätigte aber: „Eine Erweiterung in Solingen ist geplant.“ Im Haribo-Werk an der Wuppertaler Straße sollen teilweise die Produktion, besonders aber der Logistik-Bereich erweitert werden.Marco Alfter: „In Solingen haben wir dafür die Kapazitäten, die wir am Bonner Werk nicht mehr haben. Erste Überlegungen und Planungen laufen.“ Ein konkreter Termin stehe noch nicht fest.Ein neues Logistik-Zentrum könnte auf dem Gelände entstehen, das sich hinter dem Haribo-Werk an der Tersteegenstraße Richtung Lützowstraße erstreckt. Diese Überlegung des Gummibärchen-Giganten ist nicht neu - und hat in der Vergangenheit schon für einen Rechtsstreit gesorgt.Anwohner klagten gegen einen Bauvorbescheid, den die Stadtverwaltung Haribo auf Grundlage des Bebauungsplanes erteilt hatte. Vordergründig ging es um die Höhe eines Lärmschutzwalls, der sich zu dicht an der Nachbarschaft befinde. Im November 2004 gab das Düsseldorfer Verwaltungsgericht den Klägern Recht. Eine Berufung der Stadt Solingen scheiterte im Sommer 2006 vor dem Oberverwaltungsgericht Münster. Hauptgrund: Die Stadtplaner hätten aus Sicht der Richter im Bauvorbescheid die Maximal-Höhe der Schutzwand festlegen müssen.Diese Schlappe wurde in Bonn zwar mit Verstimmung aufgenommen. Trotzdem investierte Haribo weiter am Standort Solingen und errichtete 2006 an der Wuppertaler Straße einen Neubau für den Werksverkauf auf einer Ladenfläche von 350 Quadratmetern. Dort werden Naschereien und Merchandising-Produkte angeboten.Seit Jahren klagt Haribo über beengte Verhältnisse am bisherigen Hauptstandort in Bonn. Angrenzende Wohngebiete bremsen eine Erweiterung, ein Bahnübergang behindert die Lastwagen-Lieferungen. Nach Medienberichten soll der Konzern sich dafür entschieden haben, einen neuen Großstandort mit Produktion und Zentrallager im Eifel-Städtchen Rheinbach zu bauen. In Bonn beschäftigt Haribo rund 1350 Mitarbeiter, in Gräfrath sind es über 600. Weltweit hat das Unternehmen 16 Fabriken und 21 Tochtergesellschaften.Zwischen der Solinger Stadtverwaltung und Haribo gibt es seit Jahren immer wieder Gespräche wegen der Logistikzentrum-Pläne. Dass die Investition entscheidungsreif zu sein scheint, überraschte den Planungsdezernenten gestern jedoch. Hartmut Hoferichter: „Aktuelle Informationen liegen mir nicht vor.“ crm, ab, ff