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01.08.2009 09:51
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22-Jähriger wegen Mordes angeklagt

Wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen hat die Staatsanwaltschaft Wuppertal den 22-Jährigen angeklagt, der am Abend des 13. Februar einen Mitbewohner (48) im Caritas-Wohnheim an der Dunkelnberger Straße mit mehr als zwei Dutzend Messerstichen getötet hat. Dies bestätigte gestern der für Kapitalverbrechen zuständige Wuppertaler Staatsanwalt Heribert Kaune-Gebhardt.

Damit wird es also zu einem Strafprozess vor dem Schwurgericht kommen. Dies war lange ungewiss, weil die Schuldfähigkeit des Täters - er hat das Tötungsdelikt gestanden - fraglich war. Ein psychiatrischer Gutachter habe aber inzwischen die Schuldfähigkeit, wenn auch eingeschränkt, festgestellt, erklärte der Staatsanwalt. Er klagt wegen Mordes an, weil der 22-Jährige heimtückisch den Mitbewohner erstochen habe. „Der wehrlose 48-Jährige wurde im Schlaf getötet, er hatte also keine Chance.“ Kampfspuren habe es kaum gegeben. Mit mindestens zwei Küchenmessern habe der 22-Jährige sein Opfer getötet. „Es sind diverse Stiche und Schnitte in Hals, Kopf und Brustbereich festgestellt worden. Lebenswichtige Organe wurden dabei durchtrennt.“

Nach dem Angriff flüchtete der Täter durch ein Fenster der gemeinsamen Wohnung in dem Heim. In der Ohligser Innenstadt fiel der 22-Jährige kurz darauf einem Passanten auf, weil er blutbeschmiert war. Darauf angesprochen antwortete der 22-Jährige: „Ich habe gerade jemanden umgebracht. Der hat mich gewaltig genervt.“

Der gebürtige Leverkusener tingelte in den letzten Jahren als Nichtsesshafter durch Deutschland, arbeitete zeitweise als Hilfsarbeiter auf Jahrmärkten. Frühe Heim- und immer wieder Psychiatrie-Aufenthalte zeichnen seinen Lebensweg. Zuletzt wurde er wegen seiner Gewaltausbrüche im Oktober und Dezember 2008 zwangsweise in die Rheinischen Kliniken in Langenfeld eingewiesen, aber stets nach kurzer Zeit entlassen. hpm