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29.05.2010 09:41
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1957 gab es in der Klingenstadt 19 Kinos

Von Karl-Rainer Broch

„Kino Heimat Solingen“ heißt die Ausstellung, die morgen um 15 Uhr im Theater und Konzerthaus von Oberbürgermeister Norbert Feith eröffnet wird. Die Zusammenstellung „über die Glanzzeit des Kinos“ in Solingen wird bis zum 11. Juli zu sehen sein. Gleichzeitig erschien das gleichnamige Buch, herausgegeben von Jörg Becker, Georg Mergard und Ralf Rogge.

Chronologie von 1897 bis jetzt mit Blick in die Region und das Rheinland

Auf 298 Seiten entwickeln zahlreiche Autoren ein Kaleidoskop des Solinger Kinogeschehens vom ersten Kino im Bayrischen Hof 1897 bis zum aktuellen Cinemaxx-Komplex, der vor wenigen Wochen in den Clemens-Galerien sein „Zehnjähriges“ feierte.

Der Schwerpunkt liegt allerdings auf den 50er Jahren, der Glanzzeit des Solinger Kinos. Jörg Becker erlebte diese Zeit als Kind, aber die anderen Herausgeber Georg Mergard und Ralf Rogge wurden genau in dieser Zeit geboren. Mergard hat sich seit langem ausführlich mit dem Solinger Kino beschäftigt, meist zusammen mit der Schüler-Arbeitsgemeinschaft des Gymnasiums Schwertstraße, an dem er unterrichtet. Kein Wunder, dass Schülerinnen und Schüler maßgeblich zum Gelingen beigetragen haben. Bei Ralf Rogge, dem Leiter des Solinger Stadtarchivs, kommen die vielfältigen Berührungspunkte zum Vorschein, die ihm beim Durchforsten des Archivs förmlich in die Augen springen. Bei Professor Dr. Jörg Becker findet man die politischen Aspekte, zum Beispiel, wenn er die Kinos im Faschismus beleuchtet oder den Blick von Solingen aus auf das Rheinland und die Bergische Region richtet. Der Landschaftsverband Rheinland hat sowohl Ausstellung als auch Publikation finanziell unterstützt.

Der chronologisch orientierte Teil gibt Auskunft über eine vielfältige Solinger Kinolandschaft, dabei werden nicht nur die 19 Kinos vorgestellt, die es 1957 mit insgesamt 9207 Plätzen gab, sondern auch unterschiedlichste Erinnerungen von Solinger Prominenten mit ihren Kino-Erlebnissen ans Licht geholt. Wegweisende Artikel, viele aus der Feder des verstorbenen ST-Redakteurs Alois Weber, fanden ebenfalls Berücksichtigung.

Jörg Becker, Georg Mergard, Ralf Rogge (Herausgeber): Kino Heimat Solingen, 298 Seiten, erschienen im Selbstverlag des Stadtarchives, ISBN 3-928956-18-3, Preis 15 Euro. Ausstellung im Theater geöffnet bis 11.Juli, mittwochs 15-18 Uhr, sonntags 13-17 Uhr