BAUARBEITEN Im Ittertal haben Bohrungen für einen „Stauraumkanal“ begonnen.
Von Tanja Albrecht
Der Ittersammler ist in die Jahre gekommen. Seit 1954 verrichtet er im Rahmen der Abwasserentsorgung seinen Dienst im Ittertal, demnächst wird er durch einen so genannten Stauraumkanal ersetzt. „Das ist unser größtes Projekt in den kommenden Jahren, das wir mit den Entsorgungsbetrieben Solingen in Angriff nehmen werden“, sagt Peter Schu, Geschäftsbereichsleiter Technik beim Bergisch-Rheinischen Wasserverband (BRW). 15 Millionen Euro werden das Bauwerk und die zusätzlich notwendigen Kanäle in den Nebentälern der Itter kosten, für das zurzeit 29 Bohrungen zur Baugrunderkundung durchgeführt werden.
Aus Umweltschutzgründen wird der BRW den neuen Kanal nicht neben der Itter verlegen können, sondern muss dafür „in den Berg gehen“. „Wir treiben den Kanal durch den Berg und gehen dafür bis zu 40 Meter unter die Geländeoberfläche“, erläutert Schu die aufwändige Maßnahme.
„Bergmännischen Vortrieb“ nennt man das dazu verwendete Verfahren. Um zu wissen, wie der BRW das Projekt ausschreiben soll und welcher Typ von Maschine für den Vortrieb benötigt wird, bohrt der Verband noch bis Ende April an verschiedenen Stellen im Ittertal bis zu 50 Meter in die Tiefe. „Wir wissen auf jeden Fall, dass wir dort auf Fels stoßen werden, wollen aber genau wissen, welche Art von Fels das sein wird“, sagt Schu.
Der neue Stauraumkanal wird auf einer Länge von 1,8 Kilometer und mit einem Innendurchmesser von 2,40 Meter geplant. „Der Startschacht für den Stauraumkanal liegt oberhalb von Schloss Caspersbroich und verläuft von dort in drei Richtungen“, erläutert Schu. „In Richtung Bahnlinie, in Richtung Bavert/Haaner Straße und in Richtung Heidberger Mühle.“ Unterhalb der Bahnlinie in Richtung Hilden schließt der neue Kanal an einen Stollen an, den der BRW 1985 durch den Berg baute und der beim Klärwerk Ohligs auskommt.
Mit einem Volumen von 9200 Kubikmetern ersetzt der Kanal, dessen Bau frühestens 2012 beginnt, die zwei Regenüberlaufbecken am Sonnenschein (Itter) und am Krausener Bach, die aufgegeben werden können. Darüber hinaus müssen zwei weitere Becken am Bavert und an der Heidberger Mühle erst gar nicht gebaut werden. Gleichzeitig bauen die EBS unter anderem einen Kanal parallel zum Krausener Bach, der ebenso an der Heidberger Mühle auskommt wie der neue Kanal, der von der Eisbahn parallel zur Itter verläuft.