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14.08.2009 10:05
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Girls‘ Day: 14-Jährige dreht mit am Rad

Von Melissa Wienzek

Busse fahren rein und raus, von der rechten Seite brummt es, gegenüber wird geschraubt. Hier, in der Werkstatt der SWS-Verkehrsbetriebe, hat die zierliche Lena Bugdol (14) einen Tag in den Beruf der Mechatronikerin reingeschaut. Im „Blaumann“ und mit Handschuhen bewaffnet hat sie im Rahmen des neunten „Girls' Day“ im April einem Auszubildenden über die Schulter geschaut, aber auch selbst Hand angelegt. Mit ihrem Bericht gewann die Gesamtschülerin jetzt den bundesweiten „Girls' Day“-Wettbewerb im kreativen Schreiben und setzte sich so gegen über 100 000 andere Mädchen aus ganz Deutschland durch.

Sensoren einbauen, Löcher bohren, Schrauben entfernen

„Morgens haben wir Parksensoren in ein Fahrzeug eingebaut. Später haben wir das Auto rausgefahren und die Sensoren getestet. Sie funktionierten nicht“, erzählt die 14-Jährige. „Es lag aber nur daran, dass der Schalter nicht umgelegt war“, sagt Lena lachend. Die überwiegend männlichen Kollegen hätten sie gut aufgenommen. „Sie haben mich in die Pausen mitgenommen und waren sehr nett zu mir.“ Lena, die zu Hause auch schon mal das Auto ihres Vaters wäscht, hat an dem Tag als Mechatronikerin noch mehr erlebt: „Ich half, die Stoßstange abzumontieren. Ich durfte alle Schrauben, die es dort an der Stoßstange gab, abschrauben“, schreibt sie in ihrem Bericht. Löcher bohren, Verkleidungen abschrauben, Reifen testen - all das hatte die 14-Jährige im Griff.

Etwas Besonderes erlebte Lena an jenem Tag in der Werkstatt, wie sie selbst schreibt: „An dem Morgen wurde ein ganz neuer Bus angeliefert, in den ich als erste Person einsteigen durfte. Außerdem durfte ich auf dem Dach eines O-Busses stehen.“

Sie habe sich bewusst dieses Berufsfeld bei den Stadtwerken ausgesucht, weil sie „große Werkstätten schon immer interessiert haben“. Sie würde dort gern ein längeres Praktikum absolvieren und nach ihrem Abitur an der städtischen Gesamtschule Solingen bei den SWS eine Ausbildung anfangen. „Ich möchte mich auf jeden Fall bei den Stadtwerken bewerben, Mechatronikerin ist mein Traumjob“, sagt die zierliche Blondine. Wenn Lena nicht gerade an Fahrzeugen rumschraubt, trifft sie sich mit Freunden oder kümmert sich um ihr Pflegepferd.

Evelyn Wurm vom städtischen Frauenbüro freut sich über Lenas Interesse. „Ich finde es wichtig, dass es den ,Girls' Day‘ gibt, denn Mädels engagieren sich eigentlich immer noch in klassischen weiblichen Ausbildungsberufen. Sie sollten die Möglichkeit haben, technische Berufe kennen zu lernen.“

Auch Edlef Jörges, Ausbildungsleiter bei den SWS, würde sich über mehr Bewerbungen von Mädchen freuen. Momentan arbeiteten im Verkehrsbetrieb 13 Auszubildende, darunter eine weibliche.