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26.04.2010 19:40
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1. Mai: Demo mit ,Grünstreifen’

Eckehard Vogt, der neue Kreisvorsitzende des DGB, sieht den „Grünstreifen“ schon vor sich: den Kordon von Polizisten, der am 1. Mai die Teilnehmer der Veranstaltungen von „Pro NRW“ und „Bunt statt Braun“ in der Solinger Fußgängerzone voneinander abschirmt (ST berichtete). Der traditionelle Demonstrationszug des DGB zum 1. Mai nimmt deshalb auf den letzten Metern einen anderen Weg: Die Teilnehmer biegen „am Stein“ in Richtung Neumarkt ab. Dort findet - nach vielen Jahren auf dem Fronhof und früher auf dem Mühlenplatz - die Maikundgebung statt.

Vogt und sein Vorgänger Prof. Dr. Jörg Becker (Verdi) erwarten deutlich mehr Besucher als 2009. Becker: „Wir haben in den letzten Jahren bewirkt, dass es wieder Zulauf gibt, dass die Teilnehmerzahl von 400 auf 700 stieg.“ Am kommenden Samstag könnten es 2000 werden, hofft Vogt: „Es wird Pendler geben zwischen den Veranstaltungen von ,Bunt statt Braun’ und dem Maifest.“

Grußwort vom Oberbürgermeister

Das Fest findet im Anschluss an die Maikundgebung statt, bei der nach einem Grußwort von Oberbürgermeister Norbert Feith der Verdi-Bezirksvorsitzende Wolfgang Zimmermann die Mairede hält. 24 Stände werden sich rund um den Marktplatz verteilen - von den Aleviten genauso wie etwa vom Portugiesischen Kulturverein, von der CDA wie von den Grünen. Gefeiert wird bis gegen 17 Uhr; es spielen die „Heartdevils“.

Ernste Töne werden eher die Referenten anschlagen. „Viele meinen schon, wir wären aus der Krise heraus“, sagt Eckehard Vogt, der selbst nicht an den schnellen Aufschwung glaubt. „Diese schwierige Situation wird von den Rechten ausgenutzt. Sie schwimmen auf der Unsicherheitswelle und versuchen, ins bürgerliche Lager vorzudringen.“

Er spricht von Anrufen verunsicherter Migranten, die Bedenken hätten, ihre Kinder zur Maikundgebung mitzubringen. Bei der Ditib-Moschee, so Becker, überlege man dagegen, verstärkt teilzunehmen. Becker: „Die islamische Gebetsandacht anlässlich des 1. Mai ist bundesweit immer noch einzigartig.“ flm

9 Uhr: ökumenischer Gottesdienst (Lutherkirche); 9.30 Uhr: Gebetsandacht in der Ditib-Moschee, Kasernenstr. 31a; 10.30 Uhr: Demonstrationszug ab Parkplatz Birkerstraße; 11 Uhr: Kundgebung auf dem Neumarkt, danach Fest.