HAUPTVERSAMMLUNG Verschönerungsverein und Kuratorium Balkhauser Kotten hielten Rückblick.
Von Sabine Firouzkhah
In der umgebauten ehemaligen Scheune stehen und hängen Kopien alter Stiche, Skulpturen, Büsten, hier ein würdiger Männerkopf, dort das kleine Modell einer Solinger Lieferfrau. Ein Teil des Raumes wird dominiert von einer großen Statue, verhüllt von einem weißen Tuch. Künstler Henryk Dywan hatte die Mitglieder des Kuratoriums Balkhauser Kotten sowie des Verschönerungsvereins zu deren gemeinsamer Jahreshauptversammlung in seine Werkstatt am Höhscheider Hof eingeladen, um das fast fertige Produkt des Solinger Klingenschmied-Ensembles vorzustellen.
Meister und Geselle sind fast zwei Meter hoch
Nun kann er wohl endlich in Bronze gegossen werden. Er, das ist ein zeitloser Schmied mit einem Gehilfen, die beide in konzentrierter Arbeit vor einem Amboss stehen. Sie tragen Holzschuhe als Schutz, Gamaschen und einen Lederschurz. Vor dem Amboss stehen ein paar Klingen, „um das Endprodukt zu verdeutlichen“. Die Arbeit zeige den „Geist, die Kräfte, das Material und die Arbeit“, fasst Dywan sein Werk zusammen, für das er - über 30 Jahre hinweg - unzählige Recherchen angestellt hat. Nicht zuletzt die zahlreichen Stiche über Schmiedearbeit in seinem Atelier zeugen davon.
So werden Meister und Geselle, gefertigt aus Härteschaum und fast zwei Meter hoch, nun „vielleicht noch in diesem Jahr“ in kleinere Teile zerlegt und ins Münsterland gebracht, um dort in Bronze gegossen zu werden. Die Maßnahmen für ihre Befestigung im Boden laufen. Der Klingenschmied wird das erste Element der Platzverschönerung am Alter Markt sein. „Die Mittel für den Klingenschmied - rund 79 000 Euro - haben wir“, so der Vorsitzende des Verschönerungsvereins, Peter van de Loo. „Daher wollten wir nicht warten, bis die Gelder für den Platz bereit gestellt werden.“
„50 Jahre lang haben wir auf diesen Moment gewartet“, freute er sich. Einen Wermutstropfen sah er aber doch: „Das Verdienst dieses Erfolges hätte Klaus Weber gebührt.“ Der langjährige Vorsitzende des Vereines hatte die Diskussion um das Denkmal viele Jahre lang begleitet.
Auch das Kuratorium Balkhauser Kotten blickte auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Vorsitzende Nicole Molinari: „Wir haben den Obergraben freilegen können und mit der Stadtverwaltung Sanierungen an den Fensteranlagen durchführen können.“ Schwierigkeiten habe das im Winter gebrochene Wasserrad gemacht, das aber mit Hilfe des Wupperverbandes wieder hergerichtet werden konnte.