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07.03.2012 10:22
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Stadt und Bürger entwickeln Pläne für 2025

Von Jörn Tüffers

Strategische Konzepte für die nähere Zukunft entstehen an den unterschiedlichsten Stellen der Stadtverwaltung. Eine einzige Stelle, die sich Gedanken darüber macht, wie Solingen in zehn bis 15 Jahren aussieht, gibt es im Rathaus nicht. Das liegt daran, dass der demografische Wandel ein Querschnittsthema ist, das seit einigen Jahren innerhalb der Verwaltung auch als solches diskutiert wird.

Dass das Thema in der Verwaltung angekommen ist, ist an den zahlreichen Fachkonzepten zu erkennen, mit denen sich Solingen auf die prognostizierten demografischen Veränderungen vorbereitet. Unter anderem gibt es einen Ratsunterausschuss „Gender, Inklusion und demografischer Wandel“.

Die Initiative, Handlungsansätze für ein zukunftsfähiges Solingen zu entwickeln, ist von Oberbürgermeister Norbert Feith zu Beginn seiner Amtszeit ausgegangen. Bei drei Strategieworkshops haben der Verwaltungsvorstand, die Führungskräfte der Verwaltung sowie die Ratsfraktionen über den demografischen Wandel debattiert und Zielvorstellungen für die Zukunft entwickelt, die die Arbeit von Politik und Verwaltung leiten sollten.

Einen anderen Ansatz gibt es im Rahmen der Lokalen Agenda 21 unter dem Stichwort „Nachhaltige Entwicklung“ oder „Zukunftsfähige Entwicklung“. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie eine sozial ausgewogene, ökologisch verträgliche, wirtschaftlich tragfähige und global verantwortungsvolle Entwicklung befördert werden kann.

„Nachhaltigkeit ist also nicht gemeint im Sinne von Dauerhaftigkeit, wie es inzwischen häufig gebraucht wird, sondern mit dem Ansatz der aktuellen und zukünftigen Herausforderungen“, sagt Ariane Bischoff von der Agenda-Geschäftsstelle der Stadt. Dazu zählen unter anderem Klima- und Ressourcenschutz, Integration von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, demografischer Wandel, Miteinander der Generationen, tragfähige Wirtschafts- und Finanzmodelle.

An einigen Beispielen sind die Herausforderungen abzulesen, denen sich die Stadtverwaltung und die Bürger stellen müssen:

Wohnen. Im Jahr 2025 wird es in Solingen 20 Prozent weniger Schulpflichtige und Heranwachsende als derzeit geben. Dafür aber ein Drittel Hochbetagte mehr. Folge: Es wird zu wenige Wohnungen für alte und junge Senioren geben. Genügend Bauflächen sind vorhanden, mit Blick auf die Altersentwicklung soll neues Bauland nur noch in Einzelfällen im Grünen ausgewiesen werden. Der Schwerpunkt soll laut Planungsdezernent Hartmut Hoferichter auf der zentrennahen Innenentwicklung liegen.

Bevölkerung. Bis zum Jahr 2025 wird Solingen um 4,9 Prozent schrumpfen. Die Zahl der Haushalte soll laut Prognosen bis 2020 um 2,8 Prozent zurückgehen.

Mit 38 Prozent Altbauanteil ist Solingen in NRW an der Spitze

Durchschnittlich 20 001 Euro stehen derzeit den Bewohnern pro Kopf und Jahr zur Verfügung. Im Vergleich aller Städte und Kreise in Nordrhein-Westfalen landet Solingen hinsichtlich der Wirtschaftskraft auf Platz 17. Steigen wird die Anzahl der Empfänger von Transferleistungen über alle Altersgruppen.

Energiesparen. Im Bereich der Wohngebäude besteht ein erhebliches Potenzial zur Minderung von CO2-Emissionen, wobei der Altbaubestand eine dominierende Rolle einnimmt. Mit 38 Prozent Altbauanteil weist die Stadt Solingen den höchsten Anteil in NRW auf, es folgen mit gut 30 Prozent die Städte Herne, Wuppertal und Gelsenkirchen.

Finanzen. Das Finanzmanagement arbeitet zurzeit am „Haushaltssanierungsplan“ (der das Haushaltskonsolidierungskonzept ersetzt). Mit seiner Hilfe (und der des Landes) soll das Eigenkapital der Stadt Solingen sich wieder in den positiven Bereich bewegen. Das wird aber wahrscheinlich im Jahr 2025 noch nicht der Fall sein, eher 2026 oder 2027.

» Siehe auch Seite 21