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28.12.2011 03:00
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Wenn der Teddy zum Doktor geht

Elvira Mauermann drückt ihren Teddybären an sich und strahlt: „Knut ist über 60 Jahre alt und begleitet mich seit meiner Kindheit.“ Auch wenn er die letzten Jahre seines Lebens sitzend auf dem Sofa verbracht hat, ist der Zahn der Zeit nicht an Knut vorübergegangen. „Er hatte keine Augen mehr, sein rechtes Ohr hing in Fetzen, und am linken Bein war das Fell abgeschabt“, erzählt Mauermann.

KLEINE MUSEEN
IN SOLINGEN

Zwei Wochen hat sie Knut nicht gesehen und ist nun überglücklich, ihn vollständig restauriert wieder in die Arme schließen zu können. Knut war beim Bärendoktor auf der Rölscheider Straße. Im Spielzeugmuseum wurde er im Atelier von Heide-Marie Lange restauriert. „Toll sieht er aus“, sagt Mauermann und ist begeistert, dass es trotzdem noch ihr „alter“ Knut ist. Das ist Lange bei ihrer Arbeit wichtig. „Ich versuche, so nah wie möglich an den Ursprung heranzukommen. Es soll kein neues Stück werden.“

Der „Puppen- und Bärendoktor“ ist nur ein Teil des Museums. Der Ausstellungsraum beherbergt mehr als 350 Puppen von 1880 bis zum heutigen Tag. Liebevoll hat jede Puppe ihren Platz gefunden, hübsch gekleidet und in originalen Betten oder Stühlen warten sie dort auf die Besucher. Mehr als zehn Puppenstuben lassen nicht nur Kinderherzen höher schlagen. Die liebevoll und detailreich gestalteten Szenen faszinieren Sammler ebenso wie kleine und große Kinder. Sie geben Einblicke in die vielfältige Geschichte und die unterschiedlichen Arten von Spielzeug früherer Generationen.

Hannelore Aumann ist für Restaurierung und Reparatur der Puppen- und Bärenkörper zuständig, Lange kümmert sich um die Weichteile der Puppen und Bären sowie um die kunstgeschichtliche Aufarbeitung der Garderobe und Haare. Alle abgegebenen Figuren werden liebevoll behandelt und wieder zu neuem Leben erweckt – so wie Knut, der nun wieder bei Elvira Mauermann auf dem Sofa sitzt. mr