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14.09.2012 11:27
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Sauberes Licht zum Wohlfühlen

Von Kathrin Schüller

Hellblaue Zettel hängen dicht an dicht in der Glasvitrine im Treppenhaus. Handschriftlich sind „Visionen 2015“ zu Papier gebracht. Eine

PROFIL

NAME Bäro GmbH & Co. KG

STANDORT Wolfstall 54-56

UMSATZ 38 Millionen Euro 2011

MITARBEITER 110 am Standort in Leichlingen, außerdem viele Home-Office-Mitarbeiter in den Bereichen Vertrieb und Montage

GEGRÜNDET 1967

MARKTFÜHRER Beleuchtung von Lebensmitteln

www.baero.com

von ihnen lautet: „Die familiäre Struktur bleibt trotz Wachstum erhalten.“ Sie steht für die Philosophie des Unternehmens Bäro, europaweit Marktführer in der Beleuchtung von Lebensmitteln.

SERIE Bergische Marktführer

Dem treu zu bleiben, hat sich Manuel von Möller zur Aufgabe gemacht. Seit sechs Jahren hält der heute 53-Jährige die Mehrheitsanteile der Traditionsfirma.

Der Ursprung: Heinz Bähren gründet die Bähren & Rosenkranz OHG 1967 in Langenfeld. Anfang der 70er Jahre zieht die Firma nach Leichlingen. Bis heute hat sie hier im Ortsteil Witzhelden ihren Sitz – am Rande großer Felder. Die Witwe des Firmengründers lebt immer noch im Haus nebenan, sein Sohn hat nach wie vor seinen Arbeitsplatz im Unternehmen.

„Die Nachfolgeregelung ist gut gelungen“, so von Möllers Einschätzung. Von München hat es den Juristen und „Kaufmann“ – wie  er  sein  Studium  in  Fon-tainebleau herunterspielt – nach Leichlingen verschlagen. Nach Stationen – unter anderem in der renommierten Unternehmensberatung Roland Berger – hat er den „kleinen Kulturschock“ gut verkraftet: „Es ist schön hier.“

Seit drei Jahren teilt sich Manuel von Möller die Geschäftsführung mit seiner Frau Sandra. Die promovierte Juristin (42) ist zuständig für die Bereiche Recht, Steuern, Marketing und Personal, ihr Mann kümmert sich um Produktion, Warenwirtschaft, das kaufmännische Ressort und den Vertrieb. Das Unternehmen sei jünger geworden, sagt das Ehepaar – was auch für die Belegschaft gilt. Gerade erst wurden vier neue Azubis eingestellt. Fünf angehende Industriekaufleute absolvieren schon länger ihre Ausbildung im Unternehmen. „In den letzten Jahren haben wir fast alle übernommen“, sagt Sandra von Möller beim Gespräch in der Cafeteria. Der noch vorherrschende „Charme der 80er Jahre“ soll bald einer zeitgemäßen klaren Ausstattung weichen. In wenigen Wochen wird sich hier auch das Präsentations-Rondell wieder drehen: In den verschiedenen Kojen soll nicht nur gezeigt werden, wie Licht die Wirkung von Obst, Brot oder Fleisch beeinflusst, sondern auch wie sich Kleidung oder Schuhe durch Licht verändern. „Beleuchtung muss wahr und aus einem Guss sein, um eine Wohlfühlatmosphäre zu schaffen.“

Das machen sich Bäro-Kunden seit 2005 weltweit zunutze – von Grönland bis Australien. Immer mehr Tochtergesellschaften werden gegründet. 2011 ist der Umsatz im zweistelligen Bereich gestiegen.

Bäro-Kunden sind der Metzger- und Bäckermeister mit ihren Läden ebenso wie der große Filialist, das sind Apotheken, Drogeriemärkte, Tankstellen, Juweliere und – im noch jungen Bekleidungsbereich – Sportgeschäfte. Dass vor ein paar Jahren bei der Ausstattung des Edeka-Marktes im Ortskern von Witzhelden bei der Beleuchtung auf Nachbarschaftshilfe gesetzt wurde, versteht sich von selbst. „Etwas anderes hätten wir kaum ertragen“, meint Manuel von Möller augenzwinkernd.

Damit die Luft rein ist, werden Fett- und Geruchsmoleküle gespalten

95 Prozent des Umsatzes macht Beleuchtung aus, die „Waren gut aussehen lässt“. Aber auch Lufthygiene beschäftigt Physiker, Chemiker und Ingenieure im eigenen Forschungs- und Entwicklungszentrum. Um Keimfreiheit zu erreichen, nutzen sie die Strahlen des Lichts, die nicht sichtbar sind (UV-C). Für gute Luft sorgt ebenso das jüngste Kind aus der Licht-Schmiede: Mit einem Plasmaverfahren werden Fette und Geruchsmoleküle gespalten (gecrackt). Danach ist die Luft rein, was  Bäro  bei  Unternehmens-seminaren, in denen Gerichte in Fritteuse und Wok zubereitet werden, beweist. Bisher wird diese Technik nur in Großküchen angewendet. Eine Klein-Ausführung nutzen von Möllers aber schon jetzt ganz privat, „damit wir nicht mehr riechen, wenn unser Beagle müffelt“.