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15.12.2011 12:14
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Interview mit Vorsitzender der "Julis" in der FDP

Das Gespräch führte Melissa Wienzek

Den Solinger Parteien fehlt es an

Nachwuchs. Wie seid ihr als Julis, die Jugendorganisation in der Solinger FDP, aufgestellt?

Gerrit Rosenbaum: Ehrlich gesagt, nicht so

KONTAKT

INTERNETSEITE Am einfachsten sollten sich Interessierte über die Internetseite melden, rät Gerrit Rosenbaum. Dort sind alle Kontaktdaten hinterlegt, zudem gibt es jede Menge Infos. www.julis-solingen.de

gut. Auf dem Papier sind wir noch 30 Mitglieder, aber davon zahlen nur zehn ihren Beitrag und hiervon sind fünf aktiv.

Diese sind auch im Kreisvorstand. Ich selbst würde gern meinen Vorsitz weitergeben, aber es ist schwierig, jemanden dafür zu finden.

Woran liegt es, dass die Julis für Jugendliche nicht so attraktiv sind?

Rosenbaum: Wir sind ja nicht die

Einzigen; Vereine haben dieses

Problem auch. Ich denke, es ist

einfach ein Phänomen der Jugend – sie fixiert sich auf andere

Schwerpunkte. Die Treffen in typischer Stammtischmanier ziehen nicht mehr. Trotzdem glaube ich, dass Jugendliche sich für Politik interessieren. Es liegt aber auch an der Mutterpartei. Stimmen hier die Wahlergebnisse, ist auch die Jugend eher für die liberalen Ideen zu gewinnen. Das Problem der FDP ist, dass sie ihren eigenen Linien nicht treu geblieben ist. Es ist heute wahrscheinlich wichtiger denn je, zu dem zu stehen, was man sagt.

Veranstaltet ihr denn mit den

paar Leuten überhaupt Aktionen, Treffen oder Ähnliches?

Rosenbaum: Wir haben keinen monatlichen Stammtisch mehr. Wir streben eine stärkere Zusammenarbeit mit den Julis aus dem Bergischen an. Hier tauschen wir uns bereits politisch aus. Aber es ist schon richtig: Dadurch, dass wir so wenige sind, bleibt die Arbeit meistens bei den Aktiven hängen.

Inwiefern dürft ihr als Jugendorganisation in der FDP mitbestimmen?

Rosenbaum: Ich bin im Rat. Aber die FDP kam im Vorfeld nicht auf mich zu. Mittlerweile wird schon versucht, Julis einzubinden. Aber es ist bei allen Parteien das Gleiche: Erst werden die eigenen Interessen gesichert. Ich bin vor etwa sieben Jahren selbst mit Idealvorstellungen bei den Julis gestartet. Ich dachte, man kann schnell etwas bewegen. Dies ist oft nicht der Fall und hindert vielleicht auch Interessenten.

Was sollte die Solinger FDP 
ändern?

Rosenbaum: Wichtige Entscheidungen und klare Aussagen werden zu oft nicht getroffen oder ausgesprochen, vermutlich aus Angst vor Stimmverlusten. Aber gerade das brauchen wir: wieder

Ecken und Kanten haben und dadurch attraktiver werden. Den Satz „Das wurde schon immer so gemacht“ kann ich nicht mehr hören, frischer Wind täte uns gut.