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18.02.2010 14:48
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Wird man durch Ego-Shooter aggressiv?

Nach dem Amoklauf in einer Realschule in Emsdetten kam sie schnell, die meist nicht sachlich begründete Forderung: Verbietet die Ballerspiele. Seitdem scheint jeder seine Meinung zu dem Thema abzugeben. Lehrer und Psychologen, die noch nie ein solches Spiel gesehen oder gar gespielt haben, behaupten, Killerspiele seien Schuld an der zunehmenden Gewalt von Jugendlichen. Umgekehrt behaupten Spieler, die selbst nicht gewalttätig geworden sind, dass „Gamer“ freundlich und gesellig seien und es vor allem um die strategische Herauforderung ginge.

Zu Recht verweisen Medienwissenschaftler darauf, dass man die anderen Ursachen von Gewalt nicht sieht, wenn man nur auf die Killerspiele schaut. Potsdamer Psychologen haben diverse Studien zum Thema Computerspiele und Gewaltbereitschaft durchgeführt und analysiert. Das Ergebnis: Es gibt einen Unterschied. Sowohl aggressives Verhalten, aggressive Gedanken und Gefühle werden bei Nutzern gewalttätiger Spiele begünstigt. Ähnliche Ergebnisse ergaben amerikanische Studien.

Dabei formulieren die Wissenschaftler vorsichtig, dass die meisten Raucher nicht an Lungenkrebs sterben oder nicht jeder betrunkene Autofahrer einen schlimmen Verkehrsunfall verursacht. So werden auch nicht alle „Gamer“ zu Gewaltätern. Trotzdem warnt man zu Recht vor dem Rauchen und dem Trinken. Die Wissenschaftler betonen, Mediengewalt sei „nur“ einer von vielen möglichen Faktoren, die zur Gewaltbereitschaft beitragen.

Die Psychologinnen Barbara Krahé und Ingrid Möller haben fast 5000 Menschen befragt und beobachtet. Die Methoden reichten von Online-Befragung über schriftlichen Befragungen bis hin zu Spielversuchen im Labor. Eine der Gruppen spielte gewalttätige,, die andere gewaltfreie Spiele. Nachher verglichen die Psychologen, wie schnell aggressive Gedanken aufgingen und wie stark gewalttätige Gefühle vorhanden waren.

Die meisten Vermutungen wurden bestätigt. So spielen Geschlecht und Persönlichkeitsmerkmale eine große Rolle beim Spaß am Killerspiel. Menschen,, die sich ohnehin gerne in spannende und erschreckende Situationen begeben (man nennt sie „Sensation Seeker“), sind auch eher interessiert an Ballerspielen. So wie Männer und Jungen, die sich selbst als aggressiv einstufen. Je mehr Gewaltspiele ein Jugendlicher über Monate und Jahre hinweg spielte, desto eher handelte er in bestimmten Situationen aggressiv. Dies konnte man noch Jahre später beweisen. Immerhin mittelfristig konnte allerdings auch der umgekehrte Zusammenhang festgestellt werden: Besonders aggressive Jugendliche fühlen sich auch zu Gewaltspielen hingezogen.

Von Tobias Jakubczyk und Rick Saßenberg, 8b, August - Dicke-Schule

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