„Mama, Papa, ich brauche unbedingt eine Taschengelderhöhung. Das reicht doch nie im Leben!“, bettelt der 13-jährige Tom seine Eltern an. Doch sie verweigern es.
So oder so ähnlich verläuft es in vielen Familien Deutschlands.
Doch wie viel wird eigentlich empfohlen? Wie viel Geld wird durchschnittlich gegeben? Wofür wird es ausgegeben? Häufig diskutieren Familien über diese schwierigen Fragen. Doch sind Eltern überhaupt dazu verpflichtet, ihren Kindern Geld zu geben?
Eltern brauchen ihren Kindern kein Taschengeld zu zahlen. Doch warum ist es trotzdem wichtig? Kinder sollten schon in jungen Jahren lernen, mit Geld umzugehen. Sie müssen lernen, mit Geld auszukommen, es sich einzuteilen und zu verzichten. Nur so können Grundlagen geschaffen werden und das am besten schon früh: Der Schulanfang ist der ideale Zeitpunkt dafür. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass Kinder bis zum neunten Lebensjahr das Taschengeld wöchentlich, regelmäßig und vor allem pünktlich ausgezahlt bekommen. Die Kleinen überblicken größere Zeiträume noch nicht. Der empfohlene Betrag liegt hier bei etwa 0,50 bis 2,50 Euro. Außerdem ist eine Wunschliste sehr sinnvoll. So kann Ihr Kind jederzeit sehen, worauf es eigentlich sparen möchte. Dieses Geld sollte dann, sofern Ihr Kind sparen möchte, in einem Sparschwein angelegt werden, da es mit virtuellen Zahlen eines Sparbuchs noch nichts anfangen könnte.
Ab dem zehnten Lebensjahr wird dann die Auszahlung von etwa 10,50 Euro monatlich empfohlen.
Dieses Geld wird meist planlos ausgegeben, doch genau das ist wichtig für die eigene Erfahrung. Also schimpfen Sie Ihr Kind nicht aus, wenn es mal wieder sein ganzes Taschengeld für Süßigkeiten ausgegeben hat. So lernt es mit Verlusten umzugehen und den Anreiz zu sparen. Auf Dauer ändert sich das Kaufverhalten Ihres Kindes von selbst und vielleicht kommt es sogar mit einem Buch nach Hause.
Danach wird das Thema Taschengeld immer strittiger in den Familien. Die Kinder beziehungsweise pubertierenden Jugendlichen im Alter zwischen 11 und 15 Jahren wollen immer mehr Taschengeld, weswegen auch die Beträge stark voneinander abweichen. Bei einer Umfrage ergab sich, dass 31 Prozent der 12-Jährigen 11 bis 15 Euro erhalten. Bei den 14-Jährigen der Klasse 8, bekommen lediglich 13 Prozent diese Summe ausgezahlt. Die Höhe des Taschengeldes zwischen diesen Altersklassen steigt also stark. Empfohlen wird der Betrag für 11- bis 13-Jährige zwischen 12,50 bis hin zu 18 Euro und für 14- bis 17-Jährige 20 bis 35 Euro. Auch Volljährige sollten bezahlt werden (ca. 55 Euro), auch wenn sie einen kleinen Nebenjob haben und sich selber noch etwas dazuverdienen.
Doch wofür geben Kinder eigentlich ihr Geld aus? Die Umfrage ergab, dass vor allem Videospiele, Kleidung und Schulsachen sehr beliebte Einkaufsartikel in diesen Altersklassen sind. Kinder sollten ihr Geld für Dinge ausgeben, auf die sie selber sparen möchten. Denn sonst verliert das Taschengeld seinen ursprünglichen Sinn.
Fazit: Das Taschengeld ist wichtig für die Entwicklung von Kindern!
Von Michael Hecht und Sven Gemke, 8c, Gymnasium Vogelsang