MUSEUM Im „Plagiarius“ kann man Fälschungen mit Originalen vergleichen.
Die Plagiate sind immer perfekt nachgemachte Produkte, die aus minderwertigen Materialien und Techniken bestehen. Es sind Produkte, mit denen man Verkaufsschlager kopiert, weil sie mit wenig Aufwand und geringen Entwicklungskosten viel Geld einbringen. Fakt ist, Produktpiraten untergraben den legalen Handel und senken die Innovationskraft zahlreicher Hersteller. Sogenannte Flops müssen auch nicht mitfinanziert werden. Große negative Auswirkung hat dies auf die kleinen Unternehmen und den Handel: Sie werden ruiniert. Sie schädigen massiv deutsche innovative Unternehmen. Die sogenannte Markenpiraterie hat sich zu einer hoch professionellen Industrie entwickelt.
Kriminell ist, dass Produktfälschungen in Deutschland immer noch als Kavaliersdelikt betrachtet werden. Der größte Teil der Plagiate kommen aus China. Plagiate werden zum Teil unter unmenschlichen Bedingungen und unter Ausbeutung von Kinderarbeit in Entwicklungsländern hergestellt. Sie werden gekauft, weil viele Leute ein Markenprodukt haben wollen, es sich aber finanziell nicht leisten können. Die Menschen werden aber aufgrund niedriger Qualität der Plagiate Unfall- und Gesundheitsgefahren ausgesetzt, zum Beispiel fehlende Schutzeinrichtungen, giftige Inhaltsstoffe, fehlende Gebrauchsanleitungen und vieles mehr. Das Museum Plagiarius in Solingen zeigt mehr als 300 Originale und Plagiate aus unterschiedlichen Branchen im direkten Vergleich, von Haushaltsartikeln, Möbeln über Kinderspielzeug bis hin zu technisch komplexen Geräten. Ziel ist, die Öffentlichkeit über Ausmaß, Schäden und Gefahren von Plagiaten aufzuklären. Aber eines hat ein Plagiat nicht: die Werte und die Ausstrahlung, die ein Original hat.
Von Tom Pauli und Michael Dohl, 8e, Gesamtschule Solingen