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14.12.2011 09:53
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Krankheit zerstörte Lebensplanung

Von Monika Krebs

Sie waren eine ganz normale Familie. Doris und Martin K. (der Name ist von der Redaktion geändert), beide noch keine 60 Jahre alt, sagen: „Wir haben zeitlebens gearbeitet, zwei Kinder großgezogen. Als die aus dem Haus waren, wollten wir uns auf den Ruhestand vorbereiten. Wir hatten keine Schulden, konnten aber auch keine Rücklagen bilden.“

Doch dann kam alles anders: Martin K. arbeitete als Betonkraftfahrer. „Das war harte Arbeit“, sagt er. „Aber ich habe sie gerne gemacht und konnte das Familieneinkommen sichern.“ 2009 im Herbst verspürte er eine zunehmende Kraftlosigkeit, die bald dazu führte, dass Martin K. arbeitsunfähig wurde. Die Diagnose der Ärzte war für ihn niederschmetternd: Er war an Leukämie erkrankt. In der Folge musste sich Martin K. einer Operation und mehreren Chemotherapien unterziehen. Eine Heilung ist fraglich, eine Rückkehr in den Beruf nicht möglich. Das Krankengeld und darauf folgend die Frührente haben das Einkommen fast halbiert.

Doris K., gelernte Justizbeamtin, gab nach der Geburt der Kinder ihren Beruf auf und arbeitete nur noch stundenweise. Bis ein schwerer Herzinfarkt und später eine Hautkrebs-Erkrankung auch dieser Tätigkeit ein Ende setzten. Versicherungsrechtliche Voraussetzungen für einen Rentenbezug hat sie nicht erfüllt, verfügt somit über keinerlei eigenes Einkommen.

Das Ehepaar versuchte zu sparen und zog in eine kleinere und preiswertere Wohnung um. Umzug, Renovierung und Kaution raubten ihm die letzten Spargroschen. In der neuen Wohnung erlebten Doris und Martin K. eine dramatische Zuspitzung: Das Herz von Doris K., die seit ihrem Herzinfarkt und einer Bypass-Operation an Herzrhythmusstörungen litt, blieb eines Nachts zu Hause plötzlich stehen. Martin K., der vom Stöhnen seiner Frau wach wurde, konnte glücklicherweise noch so schnell den Notarzt rufen, dass Doris K. reanimiert und gerettet werden konnte.

Als Frührentner blieben
965 Euro zum Leben

Es gibt Tage, da überfallen sie große Sorgen und Zukunftsängste. Und dann ärgert sie sich: „Wir haben beide immer sehr viel gearbeitet und sind heute leider sehr krank. Wenn mein Mann jetzt in Frührente geht, haben wir etwa 965 Euro zum Leben. Nach 43 Arbeitsjahren.“ Und mehr zu sich selber sagen sie: „Aber wir schaffen das schon.“

„Man muss nach vorne gucken“, sagt Martin K. und hofft, dass er vielleicht irgendwann eine leichte Tätigkeit ausüben kann. Doch dafür müsste es ihm besser gehen.

Doris und Martin K. haben das Glück, dass sie sich gegenseitig stärken und Mut machen können, dass sie noch füreinander da sein können. Die Kette der helfenden Hände weiß nicht nur von vielen Familien, dass sie durch schwere Krankheiten in eine ungewisse Zukunft gehen müssen. Auch vielen alleinstehenden Frauen und Männern geht es ähnlich. Und sie müssen dann auch noch gegen Einsamkeit und das Gefühl des Verlassenseins ankämpfen.

Die Kette der helfenden Hände möchte diese Menschen in einer konkreten Notsituation gezielt unterstützen. Wenn Sie dazu beitragen wollen, können Sie dies mit einer Spende an die Kette der helfenden Hände auf das Konto 27 102 bei der Stadt-Sparkasse Solingen (BLZ 342 500 00).