In der Adventszeit ist der Tod besonders schmerzhaft
ST-WOHLTÄTIGKEITSAKTION Es ist immer schlimm, einen geliebten Menschen zu verlieren. Besonders, wenn ein Leidensweg vorausging.
Von Monika Krebs
Es gibt viele Menschen, die es nachvollziehen können: In der Adventszeit, wenn die meisten Menschen alles für ein schönes Weihnachtsfest vorbereiten, ist es besonders schwer, wenn jemand stirbt, dem man besonders nahe gestanden hat. An Heiligabend mag man dann überhaupt nicht denken, vor allem, wenn man niemanden hat, der einen zu sich bittet. Oder wenn man ganz bewusst alleine bleiben will.
Die Kette der helfenden Hände möchte in diesem Jahr etliche Familien unterstützen, die durch einen kürzlichen Todesfall in große Not geraten sind, in seelische Not, aber auch in wirtschaftliche, vor allem, wenn dem Tod eine lange Leidenszeit vorausgegangen ist.
Darunter ist auch eine Familie, die durch den Verlust der Mutter traumatisiert ist. Nach langem Leiden hinterlässt die junge Mutter einen verzweifelten Mann und drei schulpflichtige Kinder. Immer wieder sind es krebskranke Menschen, die geschwächt durch ihre Krankheit oft nur noch schwer mit dem Leben fertig werden.
So hat beispielsweise eine alte Dame ihren kranken Mann zu Hause bis zu seinem Lebensende gepflegt. Als sie sich von diesem Schicksalsschlag ein wenig erholt hatte, warf sie eine Krebserkrankung nieder. Aber sie konnte das Leiden überwinden und sogar neue Hoffnung schöpfen. Doch die Krankheit kam wieder.
Erneut muss sich die Frau einer belastenden Therapie unterziehen. Das Durchstehen fordert ihr alle Kraft ab. Und dazu plagt sie noch jeden Monat die Sorge, ob ihr kleines Einkommen bis zum letzten Tag reicht.
Aus der Bahn geworfen wurde eine weitere krebskranke Frau, die bis zu ihrem 51. Lebensjahr als Arbeiterin den Lebensunterhalt selbst verdient hat. Ob sie noch jemals an ihren Arbeitsplatz zurückkehren kann, ist derzeit fraglich. Dabei wäre sie so dringend auf ihren Lohn angewiesen. Durch den langen Krankengeldbezug sind ihre ohnehin nur kleinen Ersparnisse völlig aufgebraucht.
Trotz allem hat die Frau immer noch die Hoffnung, dass sich eines Tages wieder alles zum Guten für sie wendet.
Auch eine 54-jährige Frau hat wegen längerer Arbeitsunfähigkeit ihre Stelle verloren. Und dann folgte die schreckliche Diagnose: Krebs. An die Operation schloss sich unter anderem eine Chemotherapie an, die die Patientin nicht vertragen konnte. Schwere Hautreaktionen waren die Folge und – was sie als besonders schrecklich empfindet – sie kann keine Perücke tragen, um den kompletten Haarausfall zu kaschieren.
Alle Menschen, mit denen die Kette der helfenden Hände 2011 zu tun hat, haben seelische Nöte und obendrein noch finanzielle Probleme, die sie alleine nicht mehr lösen können. Sie brauchen oft nur eine kleine Hilfe, um wieder den Blick nach vorne richten zu können, aber vor allem brauchen sie Verständnis für ihre Situation.
Seit 42 Jahren hilft die ST-Wohltätigkeitsaktion Kette der helfenden Hände da, wo Menschen unverschuldet in Not geraten sind – als Hilfe zur Selbsthilfe.
Die Kette der helfenden Hände ist mit ihren vielen Unterstützern und deren großer Spendenfreudigkeit ein Beweis der Solidarität und Hilfsbereitschaft in unserer Stadt. Fast 800 Einzelfälle – Familien, Alleinstehende oder Kinder – sollen in diesem Jahr eine gezielte Hilfe bekommen. Auf unbürokratische Weise, aber dennoch genau geprüft und als Hilfe zur Selbsthilfe. Wie seit 42 Jahren. Solange gibt es die Kette der helfenden Hände schon.
Wenn Sie sich der Aktion des Verlages B. Boll anschließen wollen, können Sie das mit einer Spende auf das Konto 27 102 bei der Stadt-Sparkasse Solingen (BLZ 342 500 00). Für Barzahlungen stehen Spendendosen in den Tageblatt-Geschäftsstellen bereit.